AstronomieWas wir 2016 vom All gelernt haben

Die Entdeckungen im All haben die Wissenschaft 2016 wieder einen großen Schritt weitergebracht dank Philae, Gravitationswellen oder Schiaparelli.

Das erste Mal gelang eine sanfte Landung auf einem Kometen, freut sich der Astrophysiker Michael Büker. Dadurch sie die Chance entstanden, vor Ort Wissenschaft mit Sensoren zu betreiben. Die Landung von Philae, dem Mini-Labor, das Rosetta auf dem Kometen Tschuri abgesetzt hat, war holprig, dadurch konnten nicht alle Instrumente wie geplant eingesetzt werden. Trotzdem konnte Philae sehr viele Daten sammeln wie zum Beispiel über die Zusammensetzung des Wassers.

Neue Erkenntnisse

Kometen bestehen zu einem großen Teil aus Wasser, das mit Staub vermischt ist, daher heißen sie in der Astronomie "schmutzige Schneebälle", erklärt Michael. Bei den Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Zusammensetzung des Wassers eine ganz andere ist als auf der Erde. Deswegen können Kometen wie Tschuri nicht die einzige Quelle für Wasser auf der Erde sein. Denn das war lange Theorie: Es sind so lange und so viele Kometen aus dem Weltall auf der Erde eingeschlagen und verglüht, dass das Wasser aus dem All dorthin transportiert wurde, erklärt der Astrophysiker. Durch die Erkenntnisse über die chemische Zusammensetzung des Wassers auf Tschuri wurde deutlich, dass es so nicht gewesen sein kann.

Außerdem gibt Tschuri Hinweise darauf, wie das Sonnensystem entstanden ist, da sich seine Zusammensetzung seit dem kaum verändert hat. Ergebnisse aus den Daten werden noch bis in zehn, zwanzig Jahren zu erwarten sein.

Nachweis der Gravitationswellen

Wissenschaftshighlight laut dem Fachmagazin Science war der Nachweis der Gravitationswellen. Das gelang den Wissenschaftlern, sagt der Astrophysiker, weil die wissenschaftlichen Geräte endlich gut genug waren. Die Messinstrumente, die die Forscher für den Nachweis benötigen, seien wahnsinnig schwer zu konstruieren. Weil das jetzt geklappt hat, sei das gleichbedeutend mit einer Revolution in der Astronomie. Dabei liefern die Gravitationswellen eine ganz neue Art von Informationen aus dem Universum. Zum Beispiel konnten die Wissenschaftler messen, wie zwei schwarze Löcher zu einem zusammengefallen sind. Damit ist der Wissenschaft nicht nur gelungen nach zu weisen, dass es Gravitationswellen gibt, sondern auch schwarze Löcher.

Dieser Embed kann leider nur direkt auf der Webseite von Deutschlandfunk Nova angezeigt werden.

Eine weitere wichtige Mission war die Landung von Schiaparelli, dem Mars-Lander der Europäischen Weltraumorganisation Esa. Zwar ist die Landung nicht wie gewünscht geglückt, aber der ExoMars Trace Gas Orbiter, der Schiaparelli zum Mars brachte, umkreist den Planeten und untersucht derzeit, woher das Methan stammt, das auf dem Planeten gemessen wurde. Außerdem haben die Forscher die missglückte Landung von
Schiaparelli genau dokumentieren können, so dass sie Vorkehrungen für spätere Expeditionen treffen können.

"Ich bin überzeugt davon, dass wir 2017 viel mehr entdecken werden und auch gucken, wie diese Exo-Planeten überhaupt aussehen, ob es da Atmosphären oder Wasser gibt. Das ist etwas, das mit Sicherheit die nächsten Jahre spannend bleiben wird."
Michael Büker, Astrophysiker

Für das kommende Jahr hofft Michael Büker, dass wir noch mehr über Exo-Planeten erfahren werden. In den letzten fünf Jahren wäre hätte sich in diesem Bereich der Entdeckungen revolutionär viel getan dank neuer Messgeräte. Inzwischen seien mehr als 3000 Exo-Planeten entdeckt worden.