Bar SnacksIn sieben Häppchen um die Welt
Die Köchin und Rezeptentwicklerin Julia Floß nimmt uns mit auf einen Kurztrip durch die Welt der Bar-Snacks: Mit wenig Aufwand einen großen Effekt am Gaumen erzielen. Frisch, salzig, spicy und süß – keine Geschmacksknospe wird ausgelassen.
Spanien
1. Pimp deine Chips – super schnell und köstlich
Die spanische Sängerin Rosalía macht es im Netz vor und trifft genau den Geschmack von vielen Tausenden ihrer Follower. Und auch von Köchin und Rezeptentwicklerin Julia Floß. Chips mal anders: Spicy, säuerlich, salzig und frisch. Der leckere Snack ist ruckzuck vermengt und kostet kaum Aufwand. Dafür ist es umso schwerer, die Finger davon zu lassen. So geht's:
- Kartoffelchipstüte aufreißen und auf einen Teller geben
- Oliven, scharfe, eingelegte Miesmuscheln und Chilisauce dazugeben
Schmecken lassen!
"Die Chips werden zum salzigen Knusperlöffel und jeder Bissen bringt Süße, Säure, Schärfe, Frische - einfach Abwechslung."
2. Gildas – Geschmacks-Volltreffer unter den Pinchos
Gildas sind Spießchen, sogenannte Pinchos oder Pintxos, die vor allem im Norden Spaniens und im Baskenland beliebt sind. So geht's:
- Grüne, mittelgroße Oliven – gut abtropfen lassen
- Eingelegte Peperonis, auch Piparras genannt, für ein bisschen Schärfe
- Eingelegte Sardellen (Anchovis). Wer keinen Fisch möchte, nimmt stattdessen getrocknete Tomaten oder eingelegte Artischocken.
- Zahnstocher oder kleine Holzspießchen
- Einfach nur aufspießen: Erst die Olive, dann die Peperoni, die Sardelle und zum Schluss noch eine weitere Olive.
Gildas sind die perfekte Begleitung zum süßlichen W ermut, findet Julia.
"Ein anderer Snack, der auch auf keiner spanischen Karte fehlen darf und den man easy nachmachen kann, sind Gildas."
Polen, Russland und das Baltikum
3. Eingelegter Hering zum Wodka
Fettig, salzig und sauer – die perfekte Ergänzung zum hochprozentigen Drink.
Deutschland
4. Rollmops
Kombiniert man eine Salzgurke mit einem eingelegten Heringsfilet, rollt das Ganze und spießt es auf ein Holzspießchen, wird daraus ein Rollmops. Julias Urteil: Das ist der ultimative Alman-Bar-Snack.
"Hungertürme - ein absolut grauenhafter Name für eine eigentlich fabelhafte Idee."
Aperitivo-Kultur – klingt so gar nicht deutsch, hat hier aber auch eine gewisse Tradition. Seit Ende des 19. Jahrhunderts standen in Kneipen in Berlin und im Ruhrgebiet gekühlte, mehrstöckige Vitrinen direkt neben dem Zapfhahn, die sogenannten Hungertürme.
Ein absolut grauenhafter Name für eine eigentlich fabelhafte Idee, sagt Julia Floß. Man reichte zum Bier Frikadellen, Soleier, Gewürzgurken, Mettwürstchen, Rollmöpse und Schmalzbrote. Leg' einen Zahnstocher dazu und du hast quasi deutsche Pintxos.
5. Soleier – wenn das Ei mit der Gewürzgurke die Nacht verbringt
- Eier zehn Minuten kochen und mit kaltem Wasser abschrecken, damit sie sich besser pellen lassen
- Schale pellen und ins Gewürzgurken-Glas geben
- Über Nacht im Sud ziehen lassen
Und dann am nächsten Tag die besten Soleier der Welt schmecken lassen, sagt Julia Floß.
Mexiko
6. Cacahuates enchilados
Das sind geröstete Erdnüsse mit Salz, ordentlich Chili und Limettensaft. Alles vermengen – fertig! Auch hier werden alle Grundgeschmacksrichtungen abgedeckt. Lecker.
"Es erfordert übermenschliche Willenskraft, nicht ständig in das Schälchen zu greifen."
Italien
In Venedig werden Cicchetti zum Ombra serviert: Das ist ein einzelnes Glas Wein und die belegten Brotscheiben liegen bereits vorbereitet in der Vitrine.
Typisch sind Stockfischcreme und eingelegte Sardinen mit Zwiebeln und Rosinen. Ich bestreiche mein geröstetes Ciabatta mit schwarzer Oliventapenade.
7. Oliventapenade
- Schnell gemixt aus: Oliven, Kapern, Knoblauch und Pinienkernen.
- Dazu ein paar süßsauer eingelegte Paprikastücke und frisches Basilikum
Nichts geht über Variation: Die nächste Brotscheibe bestreicht Julia Floß mit Pistazienpesto und legt abwechselnd Mortadella und gezupfte Burrata oben drauf. Himmlisch.