Bechdel-TestSie muss eine Rolle spielen

Frauen in Hollywood - das ist immer noch ein schwieriges Thema. Jetzt bestätigt ein Test - auch im Jahr 2015 sind sie in vielen Blockbustern nur schmückendes Beiwerk. Allerdings ist langsam Besserung in Sicht.

Hollywood hat ein Männer-Frauen-Problem: Das haben wir vergangenes Jahr gesehen, als Jennifer Lawrence erzählt hat, dass sie um einiges weniger verdient als ihre Kollegen. Frauen werden aber nicht nur schlechter bezahlt - sie kommen in Hollywood-Filmen oft auch schlechter weg. Ihre gängigen Rollen: Kleiderstange. Dumpfbacke. Großbrust.

Kino-Filme im Bechdel-Test

Das merkt jeder, der ab und zu ins Kino geht - und das bestätigt jetzt auch der Bechdel-Test, den die US-Amerikanerin Allison Bechdel entwickelt und in einem ihrer Comics bekannt gemacht hat. Demnach gibt es drei Bedingungen, die ein Film - oder auch ein Buch oder ein Theaterstück- erfüllen muss, um den Test zu bestehen.

  1. Er muss zwei weibliche Charaktere haben.
  2. Die beiden Charaktere müssen eine Unterhaltung führen.
  3. Diese Unterhaltung muss sich um etwas anderes drehen als um einen Mann.

Kelsey McKinney hat sich bei fusion.net angeguckt, wer den Test im vergangenen Jahr bestanden hat. Von 100 Blockbustern schafften 54 den Test. Durchgefallen sind zum Beispiel der letzte James-Bond-Film "Spectre" oder der neue "Mission Impossible". Eine gute Nachricht: Vor allem bei den Action- und Fantasy- und Sci-Fi-Filmen gibt es Veränderungen. "Avengers: Age of Ultron" hat bestanden, genauso wie "Mad Max - Fury Road", "Jurassic World" und auch der neue "Star Wars".

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Von den Top-Ten-Blockbustern scheiterte tatsächlich nur "Spectre". 2014 waren noch drei von zehn Filmen durchgefallen. Und auch sonst scheiterten in der Vergangenheit viele bekannte Filme: Die originalen drei "Star-Wars"-Filme, also vier, fünf und sechs, die gesamte "Herr-der-Ringe"-Triologie und - besonders bizarr - "Lola rennt" - obwohl da eine Frau die Hauptrolle spielt. Klar ist also: Über den Inhalt des Films sagt der Bechdel-Test nicht viel aus. Und auch nicht darüber, ob Frauen in gutem oder schlechten Licht dargestellt werden oder ob der Film sexistisch ist.

Mehr als nur die männliche Storyline unterstützen

Was der Test allerdings zeigt: Werden Frauen als Menschen darstellt - sozusagen das Mindestkriterium. Und mittlerweile gibt es auch Versuche, den Test zu verbessern: zum Beispiel der Mako Mori Test. Hier geht es nicht um die Dialoge, sondern darum, ob ein Film weibliche Charaktere hat, die eine eigene Geschichte haben, die nicht nur die männliche Storyline unterstützt.

Lois Lane ist eine sexy Lampe

Und wem das mit dem Bechdel-Test zu lange dauert, kann du auch den Sexy-Lampen-Test anwenden, der ebenfalls im Netz kursiert. Dazu müsst ihr nur den weiblichen Charakter eines Filmes mit einer sexy Lampe ersetzen - und wenn das an der Story nicht viel ändern würde, ist die Sache klar. Ein Sexy-Lampen-Paradebeispiel: "Superman". Wenn ihr hier statt Lois Lane eine Lampe aus dem Flugzeug werft, ändert das an der Handlung des Films nicht viel.