BekleidungBaumwolle ist keine Zukunftsfaser

C&A bringt ein T-Shirt auf den Markt, das voll kompostierbar ist. Ein löblicher Schritt – auch wenn er am eigentlichen Problem vorbeigeht.

Bei C&A soll es demnächst ein nachhaltiges und kompostierbares T-Shirt für sieben Euro geben. So ein Preis ist nur machbar, wenn es sich um ein Massenprodukt handelt. C&A will 400.000 T-Shirts produzieren. Dabei darf aber nicht außer Acht gelassen werden: Nachhaltigkeit hat mehrere Aspekte, erklärt Ellen Bendt, Professorin an der Hochschule für Bekleidungstechnik Niederrhein.

C&A hat sich darauf konzentriert, ein T-Shirt zu entwickeln, das kompostierbar ist. Das heißt, es muss vollständig aus einem Material bestehen, das biologisch abbaubar ist. Denn auch wenn es sich bei Baumwolle um ein Naturprodukt handelt, könnt ihr euer normales T-Shirt nicht in die Biotonne werfen. Es ist mit Farbstoffen eingefärbt und gebleicht worden, wird von Nähten aus Polyester zusammengehalten und auch die ganzen Label im Nacken sind meist nicht kompostierbar.  

Ellen Bendt sagt aber auch: Baumwolle für die Produktion von Kleidung einzusetzen, ist generell keine gute Idee. Weil es sich um ein Agrarprodukt handelt, das in Monokulturen in großen Mengen angebaut werden muss. Immerhin habe sich C&A bemüht, Biobaumwolle mit einzusetzen – und dazu noch verschiedene zertifizierte Baumwollen. 

"Baumwolle ist generell kein schlaues Material für Bekleidung."
Ellen Bendt, Professorin an der Hochschule für Bekleidungstechnik Niederrhein

Ellen Bendt empfiehlt, in Zukunft ganz auf Baumwolle zu verzichten, weil uns bei steigender Bevölkerungszahl die Flächen und die Ressourcen fehlen werden, Baumwolle anzubauen. Sie setzt eher auf biologisch abbaubare Polymere – das sogenannte grüne Polyester. Stoffe, die synthetisch herzustellen sind, aber auf natürlichen Materialien basieren.  

Und dann stellt sich natürlich noch die soziale Frage: Wurden die Arbeiter mit einem existenzsichernden Lohn bezahlt? Grundsätzlich begrüßt Ellen Bendt den Schritt von C&A – gerade weil er schon bei der Entwicklung eines Produktes ansetze. Klar ist für sie aber auch: Das Thema nachhaltige Bekleidung ist noch viel größer.