CATLChina, Thüringen und der Wettlauf um Batterien
Das chinesische Unternehmen CATL dominiert den Weltmarkt für Elektroauto-Batterien. Doch was hat das Unternehmen so erfolgreich gemacht? Marcus und Bo nehmen die chinesische Erfolgsstrategie unter die Lupe und landen dabei in Thüringen.
Das chinesische Unternehmen CATL dominiert den Weltmarkt für Elektroauto-Batterien. Doch was hat das Unternehmen so erfolgreich gemacht? Marcus und Bo nehmen die chinesische Erfolgsstrategie unter die Lupe und landen dabei in Thüringen.
"Es gab in den 70er-Jahren einige Ideen und dann ist viel eingestellt worden."
Doch deutsche Autobauer setzten weiter auf den Verbrennungsmotor, auch die Forschungslandschaft interessierte sich über Jahrzehnte nur wenig für batteriebetriebene Autos. Eine Lücke, in die chinesische Anbieter stießen.
CATL – Ganz klein angefangen
Das chinesische Unternehmen CATL (Kurzform für Contemporary Amperex Technology) ist heute Weltmarktführer für Elektroauto-Batterien. Der 2011 gegründete Konzern gehört mittlerweile zu den größten Automobilzulieferern der Welt, vor allem wegen seiner jahrelangen Erfahrung mit Zellchemie und Batterieproduktion im großen Maßstab.
Hierfür konnte CATL auch auf Erfahrungen im Mikroelektronik-Bereich aufbauen. Das Vorgängerunternehmen, ATL, war jahrelang Zulieferer für die Smartphone-Hersteller Apple und Samsung. CATL baute auf diesen Erfahrungen auf und setzte auf einen neuen Kundenstamm: die Autoindustrie.
China goes Electric – Das richtige Timing
In den frühen 2010er-Jahren läuft in Peking ein großes industriepolitisches Experiment: Die chinesische Staatsführung will nicht mehr nur die günstige Werkbank für Hersteller aus anderen Ländern sein. Peking möchte gezielt eigene Unternehmen aufbauen und sucht hierfür gezielt Sektoren, in denen man den großen Industriegiganten Paroli bieten kann.
Die Olympischen Spiele in Peking 2008 sind so etwas wie ein Startschuss der chinesischen Elektro-Ambitionen. Die olympischen Teams werden mit E-Bussen umhergefahren. Was zu diesem Zeitpunkt noch Wunschdenken ist, wird bald durch Kaufanreize und gezielte Subventionen eine Milliardenbranche. Ab 2016 gibt es in China Kaufprämien zum Beispiel nur noch für Autos, die Batterien bestimmter chinesischer Hersteller nutzen, darunter CATL und BYD.
CATL verfolgt dabei eine langfristige Strategie, die mehr umfasst als die bloße Produktion von Batterien. Das Unternehmen hat nicht nur gigantische Produktionsstätten in China aufgebaut, sondern auch in Forschung und Entwicklung investiert, um sich einen technologischen Vorsprung zu sichern. Mittlerweile produziert das Unternehmen nicht mehr nur in China selbst, sondern unter anderem auch im thüringischen Arnstadt, südlich von Erfurt.
In dieser Folge What the Wirtschaft besucht Marcus das Werk in Thüringen, die Batteriefabrik von CATL in Arnstadt. Und Bo und Marcus wollen wissen: Was könnten Deutschland und Europa besser machen?