Chatbot von GoogleBard ist da – und langweilt

Ein bisschen spät kommt der Chatbot von Google. Die Programmierenden haben sich große Mühe gegeben bei Datenschutz und Korrektheit. Im Ergebnis ist Bart sehr zurückhaltend, sogar langweilig, findet unsere Reporterin.

Bard, so heißt Googles Chatbot. Nun gibt es das Angebot auch in Deutschland. Zuvor hat sich der Konzern mit der zuständigen irischen Datenschutzbehöre auf gesetzeskonforme Privatsphäreneinstellungen geeinigt.

Bard schreibt von nun an in mehr als 40 Sprachen, darunter Spanisch, Arabisch, Hindi, Chinesisch und eben Deutsch. Weitere Features: Der Bot kann mithilfe von Bildern suchen, die Chats lassen sich teilen und vorlesen.

"Bard hat ein paar spannende neue Funktionen. Trotzdem finde ich Bard vor allema eines: langweilig."
Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporterin

Die kommerzielle Auswertung von Bard dürfte dann in einem nächsten Schritt folgen. Wie bei anderen Chatbots auch profitieren die anbietenden Unternehmen von Nutzenden, da sie die Chatmodelle kostenlos trainieren.

Entwicklung unter Zeitdruck

Bard ist unter Hochdruck entwickelt worden, um Konkurrenzangeboten – insbesondere ChatGPT von OpenAI – etwas entgegensetzen zu können. Zur Entstehungsgeschichte von Bard gehört auch, dass nach einer wenig überzeugenden Präsentation im Februar 2023 der Kurs der Google-Aktie um acht Prozent eingebrochen war.

Google wollte offensichtlich danach alles richtig machen und keine weiteren Risiken eingehen. So ist die aktuelle Version von Bard anscheinend gut vor Jailbreaking geschützt, sagt Deutschlandfunk-Nova-Netzreporterin Martina Schulte.

Bard bleibt zurückhaltend

Der Bot gibt beispielsweise keine Auskunft zur Schwarzpulverherstellung. Bei der Bewertung von Politiker*innen und historischen Figuren bleibt Bard zurückhaltend.

"Bard sagt – Gott sei Dank –, dass er als Sprachmodell nicht Lage sei, politische Positionen zu vertreten."
Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporterin

Damit unterscheidet sich die Software vom Konkurrenten ChatGPT, der sich in früheren Versionen zu ziemlich gravierenden Äußerungen hat hinreißen lassen.

Und noch etwas lässt sich zur Positionierung von Bard sagen. Google ist offensichtlich bemüht, dass der Bot der konzerneigenen Suche keine Konkurrenz macht. Das Unternehmen vermarktet Bard eher als kreativen Kollaborateur. In dieser Hinsicht ist der Name, das englisch Wort für Barde also, ein Wink mit dem Zaunpfahl.