Corona-ImpfungSo kommen wir mit dem Impfneid klar

Vielleicht sind in eurem Freundes- und Bekanntenkreis auch schon die ersten jüngeren Menschen geimpft worden. Ihr selbst wart aber noch nicht an der Reihe. Falls ihr auch dieses Gefühl habt: mit "Impfneid" seid ihr nicht allein. Wie wir damit umgehen, besprechen wir in dieser Ab 21.

Leyla ist Lehrerin in Schleswig-Holstein und kann sich dort noch nicht impfen lassen. Anders als zum Beispiel ihre Kolleginnen und Kollegen in Baden-Württemberg muss sie noch warten. Leyla gibt ehrlich zu, sich die Frage zu stellen: Warum sind die schon geimpft, und ich noch nicht?

Impfneid: Nicht immer etwas negatives

Hanna engagiert sich ehrenamtlich in einer Praxis und hatte deswegen schon die Chance, sich impfen zu lassen. Sie geht mit ihrer Impfung selbstbewusst um, obwohl sie keine Vorerkrankungen hat und erst 24 Jahre alt ist. Hanna freut sich einfach über diese Möglichkeit und denkt, dass es gut ist, dass sich immer mehr Leute impfen lassen wollen.

Hanna (24) hat ihre Impfung schon bekommen

Neid entsteht, wenn wir uns mit anderen vergleichen und merken, dass andere Leute etwas haben, was wir selbst unbedingt haben wollen, meint der Sozialpsychologe Jan Crusius. Die jetzige Impf-Situation sei deswegen ein perfektes Rezept für Neid. Im Podcast erklärt der Wissenschaftler, warum Neid einen zu schlechten Ruf hat und nicht unbedingt etwas Schlechtes ist.

Wissenswertes zum Thema Impfneid

  • Die Anzahl der bereits geimpften Menschen in Deutschland steigt immer schneller. Die Geimpften werden heftig darum beneidet. Das berichtet der Stern und präsentiert dazu Daten aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage: Demnach beneiden 40 Prozent der Leute ohne Impfung die bereits Immunisierten. Es gibt aber Unterschiede. Im Osten sind nur 29 Prozent neidisch, im Westen 42 Prozent. Bei Männern sind es 43 Prozent, bei den Frauen 37 Prozent.
  • In der gleichen Studie wurde die Frage gestellt, ob man die Priorisierung beim Impfen aufheben solle damit jeder, falls freier Impfstoff zur Verfügung steht, ein Impfangebot bekommen würde. Diese Frage richtete sich an alle, egal ob geimpft oder ungeimpft. 62 Prozent der Befragten haben sich für die Aufhebung der Impfreihenfolge ausgesprochen. Damit würde wahrscheinlich auch der Neid sinken.