Fussball-BundesligaWie die Proficlubs in Coronazeiten überleben

Der Ball rollt. Im Moment nicht. In Zeiten von Corona gibt es Wichtigeres als Bundesliga-Fußball. Was bedeutet das finanziell für die Vereine? Manche kleine Clubs haben schon Kurzarbeit angemeldet.

Die Vereine schlagen Alarm: Sollten in dieser Saison keine Bundesliga-Spiele mehr stattfinden, drohen Einnahmeverluste von bis zu 750 Millionen Euro. Zurzeit bleiben Zuschauereinnahmen aus, Einnahmen aus Fernsehrechten und Sponsoren-Verträgen.

"Besonders stark betroffen sind die Vereine, die auf Zuschauereinnahmen angewiesen sind."
Marina Schweizer, Deutschlandfunk-Sportredaktion

Die 36 Clubs der ersten und zweiten Bundesliga haben gestern (31.03.) beschlossen, dass bis mindestens 30. April keine Spiele stattfinden. Wie es danach weiter geht, ist noch unklar. "Wir streben an, die Saison bis zum 30.6. zu beenden, das ist auch heute noch der Stand", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert auf einer virtuellen Pressekonferenz.

Besonders kämpfen müssen die Vereine, die vor allem von den Ticketeinnahmen leben - das sind fast alle Vereine außer den großen Clubs, die auch international spielen.

Die Topteams der ersten Liga profitieren in normalen Zeiten zusätzlich von den TV-Einnahmen: Je erfolgreicher ein Club in den letzten Jahren war, desto mehr Einnahmen bekommt er aus dem Topf der Fernsehgelder. Die Europa League und vor allem die Champions League spült zusätzliches Geld in die Kassen der großen Clubs.

Die Champions-League-Teilnehmer FC Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer 04 Leverkusen stellen im Rahmen einer Solidaritätsaktion 20 Millionen Euro zur Verfügung, um damit Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga zu unterstützen.

Gehaltsverzicht reicht nicht

Einige Vereine haben sich mit ihren Spielern auf Gehaltsverzichts-Regelungen geeinigt. So verzichten etwa die Mannschaft und die Verantwortlichen des FC Bayern München während der Corona-Krise auf 20 Prozent ihrer Gehälter.

Borussia Dortmund teilt mit: "Wie die Spieler verzichten auch die Verantwortlichen des Klubs sowie der Trainerstab auf Teile ihrer Gehälter. In Summe spart Borussia Dortmund so einen zweistelligen Millionenbetrag ein, der dabei helfen wird, den BVB als einen der größten Arbeitgeber Dortmunds während der Corona-Krise abzusichern und zu schützen."

Vereine melden Kurzarbeit an

In der dritten und vierten Liga sehen sich die Vereine noch größeren Problemen ausgesetzt. Dort haben viele Teams Kurzarbeit angemeldet.

Auch einige Vereine in der zweiten Liga haben das inzwischen gemacht, zum Beispiel Hannover 96 und Dynamo Dresden. Nicht jedoch für die Spieler. Die Beitragsbemessungsgrenze für Kurzarbeit liegt bei monatlich knapp 7000 Euro im Westen und 6500 Euro im Osten.

"Bei den Spielern fällt niemand unter die Beitragsbemessungsgrenze für Kurzarbeit."
Marina Schweizer, Deutschlandfunk-Sportredaktion

Die Bundesliga-Clubs haben im letzten Jahr 1,2 Milliarden Euro Steuern gezahlt. Manch einer stellt deshalb die Frage, ob die Vereine deshalb nicht Hilfe vom Staat verdienen.