333 v. Chr.Alexander der Große und das griechische Weltreich

333 – bei Issos Keilerei: Den Satz kennen viele aus der Schule. Bei der Schlacht traf Alexander der Große zum ersten Mal auf den Perserkönig Dareios III. Der Feldzug brachte die griechische Kultur bis weit in den Osten. Wie ist ihm das gelungen?

Etwas mehr als zehn Jahre hat es gedauert, bis Alexander der Große, der König der Makedonen, mit seinem Heer von Makedonien bis ins heutige Afghanistan vorgedrungen war. Auf seinem Feldzug zwischen 334 und 323 v. Chr. gründete er etwa 70 Städte, von denen viele seinen Namen trugen. Die größte und bedeutendste seiner Gründungen – Alexandria – liegt im heutigen Ägypten und ist eine der wichtigsten Metropolen des Landes.

Die Eroberungszüge der Makedonen begannen schon bei Alexanders Vater Philipp II., der zunächst die Herrschaft über Griechenland erlangte und anschließend einen Feldzug gegen die Perser plante. Zwischen Griechen und Persern gab es bereits seit dem Aufstand der Ionier 499 v. Chr. schwere Konflikte. Die Ionier siedelten damals an der kleinasiatischen Westküste und wollten sich von der persischen Herrschaft befreien.

"Nach einer entscheidenden Schlacht 338 v. Chr. war Makedonien Hegemonialmacht in Griechenland."
Dr. Matthias von Hellfeld, Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte

Alexander musste zunächst Aufstände in Griechenland, unter anderem in Theben, und Kämpfe im Norden seines Reiches bewältigen, bevor er 334 v. Chr. den Feldzug gegen Persien begann. Auf dem Weg dorthin soll er den sagenumwobenen Gordischen Knoten durchschlagen haben, von dem ein Orakel gesagt haben soll: Wer ihn lösen kann, dem steht die Herrschaft über Asien offen.

333 – bei Issos Keilerei

Bei Issos gewann Alexander 333 v. Chr. gegen den persischen König Dareios III. – der vom Orakel vorhergesagte Weg ins persische Kernland war offen. Am Ende seiner Eroberungen reichte das Alexanderreich vom Königreich Makedonien über das Marmarameer und die Dardanellen, entlang der kleinasiatischen Westküste bis nach Ägypten, weiter über Mesopotamien bis zum Kaspischen Meer und dem Persischen Golf und im Osten bis zum Hindukusch und stellenweise sogar bis zum Fluss Indus.

Als Alexander 323 v. Chr. starb, hatte er eine Fläche von mehr als fünf Millionen Quadratkilometern erobert.

Alexander und der Hellenismus

Mit dem berühmten König der Makedonen beginnt die Epoche des Hellenismus. Sie umfasst die Zeit von Beginn des Alexanderfeldzugs bis zum Ende des Ptolemäerreichs 30 v. Chr mit dem Tod Kleopatras und der römischen Annexion Ägyptens.

In dieser Zeit vermischten sich griechische Kultur und Sprache mit den Kulturen Ägyptens, Vorderasiens und weiterer Regionen des Alexanderreiches. Diese Hellenisierung wirkte bis weit ins Römische und Byzantinische Reich nach.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Der Althistoriker Lennart Gilhaus von der HU Berlin beschreibt die Schlacht bei Issos 333 v. Chr.
  • Die Historikerin Sabine Müller von der Uni Marburg beschäftigt sich mit Alexander dem Großen und seinen persönlichen und politischen Ambitionen.
  • Der Historiker Peter Mittag von der Universität zu Köln erläutert die Hellenisierung und ihre kulturelle Bedeutung.
  • Der Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Dr. Matthias von Hellfeld geht zurück in die Regierungszeit von Alexanders Vater, Philipp II. von Makedonien.
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Wiebke Lehnhoff erinnert an Alexanders Werdegang nach dem Tod seines Vaters.

Info: Unser Bild oben zeigt das "Alexander-Mosaik" aus der Zeit um 100 v. Chr., ein römisches Bodenmosaik, das ursprünglich aus dem Haus des Fauns in Pompeji stammt.