DatingWie wir alte Muster durchbrechen

Beim ersten Date ist alles noch super, aber spätestens beim zweiten oder dritten merken wir, dass wir immer wieder auf ähnliche Personen stehen. Wie legt man alte Dating-Muster ab? Anni und Marina vom Female Podcast erzählen, wie sie das geschafft haben. Und die Psychologin Janina Larissa Bühler erklärt, was unsere Beziehungsmuster prägt.

Marina vom Female Podcast erinnert sich, dass die Typen, die sie vor etwa zehn Jahren, mit Anfang Zwanzig, gedatet hat, ganz anders waren, als die Männer, die sie heute trifft. Sie sagt, sie habe damals auf viele oberflächliche Details Wert gelegt: "Damals sahen die klischeemäßig aus, wie man sich das vorstellt als junges Mädel: groß, dunkle Haare, cool und immer unterwegs. Er sollte viele Freunde haben und feiern gehen wollen." Heute seien ihr diese Äußerlichkeiten überhaupt nicht mehr wichtig, sagt Marina.

"Es ist interessant, wie das Leben einen dahin führt, wo man jetzt ist."
Anni, Female Podcast

Anni erzählt, dass sie dann doch wieder jemanden getroffen hat, der genau ihrem früheren Typ entsprach: zwei Meter groß, breite Schultern. Sie war fünfeinhalb Jahre mit diesem Mann zusammen. "Ich habe im Laufe der Beziehung irgendwann das Interesse an ihm verloren. Und das, was mich anfangs so angezogen hatte, hat er charakterlich nicht widergespiegelt, so dass er in meinen Augen von einem Löwen zu einem Super-Lauch geworden ist", Anni sagt, dass sie zum Schluss auch sexuell nicht mehr an ihm interessiert war.

Anni und Marina vom Female Podcast

Das Elternhaus prägt uns

Janina Bühler ist Juniorprofessorin für Persönlichkeitspsychologie an der Uni Mainz . Sie sagt, wenn es um Beziehungen und Dating geht, dann prägen uns verschiedene Faktoren. Zum Beispiel unser Elternhaus, weil uns die Eltern oder auch Onkel und Tanten bestimmte Lebensentwürfe vorleben. "Diese Lebensentwürfe prägen uns – entweder in der Hinsicht, dass wir es genauso machen wollen. Oder weil wir es radikal anders machen wollen", sagt Janina Bühler.

"Die Beziehungszufriedenheit nimmt mit der Zeit immer ab. Wir können den Schmetterlingsmoment vom Anfang nicht aufhalten. Die Frage ist vielleicht auch: Mit welcher Person möchte ich diese abnehmende Beziehungszufriedenheit erleben."
Janina Bühler, Juniorprofessorin für Persönlichkeitspsychologie an der Uni Mainz.

Auch unser Teenieschwarm prägt uns sehr, was zukünftige Beziehungen angeht, erklärt die Psychologin. Sie betont aber, dass wir diesen Prägungen nicht hilflos ausgeliefert sind, sondern dass wir natürlich auch Einfluss darauf nehmen, wie wir uns verändern und welche Lebensziele wir uns im Laufe der Jahre stecken. "Bei den Datingmustern ist entscheidend: Wo will ich eigentlich hin mit meinem Leben? Wo möchte ich mit 30 stehen? Wo möchte ich mit 35 stehen?", sagt die Juniorprofessorin. Und am Ende müssten wir einfach auch akzeptieren, dass in jeder Beziehung das Verliebtsein und die Schmetterlinge nach und nach schwächer werden. Es stelle sich also auch die Frage: Mit welcher Person wollen wir diesen Verfall des Verliebtseins erleben?