Deutscher DirigentenpreisNiklas, 28, Dirigent: "Mein Job ist es, zu helfen"

Niklas ist 28 und leitet auch große Orchester. Sein Berufsverständnis: Den Musikern helfen, sich dabei aber nicht ständig in den Vordergrund drängeln.

Ab heute (11.10.) treten in Köln eine Woche lang die besten Dirigentinnen und Dirigenten zwischen 25 und 33 Jahren beim Deutschen Dirigentenpreis gegeneinander an. Der internationale Wettbewerb ist eine der am höchsten dotierten Auszeichnungen für junge Dirigenten in Europa. Ein Teilnehmer ist Niklas Benjamin Hoffmann aus Weimar. Mit seinen 28 Jahren hat er schon in London, St. Petersburg und Florenz dirigiert.

Beim Deutschen Dirigentenpreis muss Niklas sein Können in verschiedenen Disziplinen zeigen: beim Dirigieren von symphonischen Stücken genauso wie von Opern-Programm, also mit und ohne Sänger. Drei von fünf Opernszenen konnten sich die Dirigentinnen und Dirigenten zur Vorbereitung aussuchen.

Dirigieren ist auch Teamwork

Obwohl Niklas und die anderen Wettbewerbsteilnehmer nicht dieselben Stücke spielen, wird die Jury am Ende entscheiden, wer die oder der beste ist. "Das kriegt die Jury schon hin", sagt Niklas. Dabei geht es zum Beispiel um die Frage, wie gut der Dirigent mit den Sängerinnen zusammenarbeitet und wie das Stück zusammen mit dem Orchesterumgesetzt wird.

"Das Orchester soll mit einem großen Ausdruck spielen. Es geht nicht um eine Selbstdarstellung des Dirigenten."
Niklas Benjamin Hoffmann

Niklas' Verständnis des Dirigenten-Jobs ist eher zurückhaltend. Er sagt: Im besten Fall spiel das Orchester "mit einem großen Ausdruck", ohne dass der Dirigent wild gestikulierend eingreifen muss. "Mein Job als Dirigent ist es, zu helfen", sagt Niklas. Bei komplizierten Stücken sei es aber wichtig, dass der Dirigent klar führt.

Gerne ohne Taktstock

Als Deutschlandfunk-Nova-Moderator Till Haase schon mal einen Dirigenten am Telefon hatte, wollte er noch etwas zu seinem Taktstock wissen – ob das Verhältnis von Dirigent und Taktstock wirklich so eng ist, wie es manchmal heißt.

Da ist Niklas aber ganz entspannt. Er sagt: Er hat zwar welche, benutzt sie auch, allerdings würde er sich gerade eher vom Taktstock verabschieden: "Meine Hände und Finger wollen Dinge zeigen, die sie nicht zeigen können, wenn der Taktstock festgehalten werden muss." Niklas verzichtet deshalb gerne auf den Taktstock, wenn es geht.