Die Gedanken sind freiTagträumen macht kreativ

Die Gedanken schweifen zu lassen, gilt als Ablenkung und unproduktiv. Stimmt aber gar nicht, sagen Neurowissenschaftler. Tagträume können auch richtig produktiv sein.

Es ist warm und ihr müsst mal wieder arbeiten. Dabei habt ihr gerade so gar keine Nerven für den Job. Stattdessen lasst ihr lieber die Gedanken schweifen und denkt an die tausend anderen Dinge, die euch durch den Kopf gehen: Da war da noch die Sache mit dem Urlaub, kochen wollt ihr nachher auch noch, und was hat der Typ heute Morgen in der Bahn noch gelesen? Und zack! Wieder sind ein paar Minuten rum. 

Unser Ratgeber zum Abschweifen

Aber keine Sorge. Tagträumen ist gar nicht so schlecht. 

"Entgegen manch anderer Auffassung sind alle Menschen Tagträumer."
Felix Schledde, Deutschlandfunk Nova und Tagträumer

Jeder und jede tagträumt von etwas anderem. Manche träumen von den ganz großen Themen, andere sind Tagtraum-Alleskönner. Urlaub ist dabei natürlich generell ein beliebtes Thema, also der Sprung in den Traumpool oder am Strand mit Freunden abzuhängen…

"Bis zu 50 Prozent unserer Wachzeit können aus Gedankenabschweifen bestehen, besagt eine Studie der Harvard Universität."
Felix Schledde

Manche Menschen neigen eher dazu, spontan abzuschweifen und durch sich selbst unterbrochen zu werden, sagt Johannes Golchert vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften. Andere driften dagegen eher "kontrolliert" ab…

"Das ist eher ein bewussteres Abschweifen. Ein willkürlicher Prozess, für den ich mich entscheide und dem dann auch nachgehe."

Diese bewusste Art des Tagträumens ist fast schon eine Kunst für sich.

Eine Kunst, die etwas bringt

Und sie hat sogar einen Nutzen, sagt Golchert. Denn man probiere gewisse Dinge schon einmal durch und sei dadurch quasi besser vorbereitet.

"Man hat zeigen können, dass Tagträumen ganz generell mit einer höheren Kreativität einhergeht."

Die Studie der Forscher hat gezeigt: Unsere geistige Kontrolle ist beim Tagträumen nicht weg – die Konzentration richtet sich nur nach innen und nicht auf die Arbeit vor uns.