DR KongoLässt sich Ebola stoppen?
Schutzanzug, Maske, Handschuhe – Ebola breitet sich in der Demokratischen Republik Kongo trotzdem weiter aus. Mehr als 600 Menschen sind schon an dem Virus gestorben. "Ein Fehler kann reichen", sagt Arzt Thomas Pärisch. Er behandelt Infizierte.
Mehr als 1700 Fälle sind bislang bestätigt, etwa 600 Menschen (Stand 09.07.2026) sind bereits gestorben – seit Mitte Mai 2026 verbreitet sich das Ebola-Virus in der Demokratischen Republik Kongo.
Gegen die sogenannte Bundibugyo-Variante des Virus gibt es bisher weder Medikamente noch Impfstoffe. Besonders das medizinische Personal vor Ort ist gefährdet, also Ärzt*innen und Pflegekräfte. Die relativ lange Inkubationszeit und die grippeähnlichen, diffusen Anfangssymptome machen das Virus besonders gefährlich.
"Wenn man sich angesteckt hat, dauert es etwa 21 Tage, bis man Symptome entwickelt."
Rund drei Wochen dauert es, bis die Erkrankung ausbricht. Das erschwert die Rückverfolgung der Infektionskette, erklärt Naveena Kottoor. Sie berichtet für Deutschlandfunk Nova in Nairobi.
Heilmittel in der Testphase
Und diese Nachverfolgung ist besonders wichtig: "Die WHO sagt, um diese Krankheit einzudämmen, müssen 90 Prozent der Fälle zurückverfolgt werden, um zu sehen, ob sich andere Menschen angesteckt haben könnten." Die Logistik und die Sicherheitslage vor Ort erschweren Hilfsmaßnahmen zusätzlich.
Immerhin werden seit Anfang Juli 2026 zwei Therapieverfahren getestet. Das Ergebnis ist noch offen. Bis diese Testungen abgeschlossen sind, können nur die Symptome der Infizierten behandelt werden. "Und das muss in einem isolierten Krankenhaus oder auf einer isolierten Station geschehen – mit Gesundheitspersonal, das sich schützen kann", erklärt Naveena Kottoor.
Fünf bis zehn Viren reichen aus
Auf die "dry phase" einer Ebola-Erkrankung mit unspezifischen Symptomen folgt die "wet phase", erklärt der Arzt Thomas Pärisch. Er war bis vor wenigen Tagen für Ärzte ohne Grenzen in der Demokratischen Republik Kongo im Einsatz.
Bei der "wet phase" können Magen-Darm-Symptome, also Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, hinzukommen, zum Teil auch Blutungen.
Eine infektiöse Dosis bei Ebola hat eine Größe von nur fünf bis zehn einzelnen Viren, erklärt Thomas Pärisch und sagt: "Das ist praktisch nichts."
Damit er Erkrankte behandeln und ihre Symptome mildern kann, aber selbst nicht angesteckt wird, muss sich der Arzt während seiner Arbeit aufwendig schützen. Etwa eine Stunde kann er es in der kompletten Schutzmontur aushalten. Zum Ankleiden braucht er etwa fünf bis sechs, zum Auskleiden fünf bis acht Minuten, schätzt er.
Aufwendiger Infektionsschutz
Beide Vorgänge sind minutiös durch eigene Sicherheitsprotokolle geregelt: Schutzhaube, Schutzbrille, eine FFP2-Maske, ein gelber Plastikoverall, Gummischürze, zwei Paar Handschuhe und Gummistiefel.
Beim Ablegen der Schutzkleidung müssen in Zwischenschritten immer wieder die Hände desinfiziert werden. Nach dem Kontakt mit dem Erreger braucht es besondere Sorgfalt.
"Man muss höllisch aufpassen, dass keine Verschleppung des Erregers gerade in den Gesichtsbereich stattfindet."
Antibiotika, Antimalaria-Mittel und Infusionen zur Kreislaufstabilisierung helfen den Infizierten. Thomas Pärisch erinnert sich an eine Patientin, die so die Infektion überstanden hat: "Sie konnte wirklich klinisch kerngesund entlassen werden."