E-Auto ladenWelche Säule, welche Ladekarte, welche App?
Stecker rein, bezahlen und fertig. E-Auto-Laden könnte so einfach sein – ist es aber nicht. Ladekarten, unzählige Lade-Apps und unterschiedliche Preise erschweren die Übersicht. Warum das so ist und wie man trotzdem den günstigeren Tarif findet.
Wer sein E-Auto unterwegs lädt, kann für dieselbe Kilowattstunde Strom unterschiedlich viel bezahlen – sogar an derselben Ladesäule. Der Grund: Die Betreiberfirma der Säule und der Anbieter des Ladetarifs sind häufig unterschiedliche Unternehmen. Deutschlandfunk-Nova-Reporter Nico Rau erklärt, welche Möglichkeiten wir beim Laden haben und wie wir Preise vergleichen können.
Ad hoc oder mit Ladetarif laden
Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten:
- Ad-hoc-Laden: Ihr fahrt an eine Ladesäule und bezahlt den Ladevorgang direkt – ohne vorher einen Vertrag abzuschließen. Das ist unkompliziert, laut Verbraucherzentrale in der Regel aber teurer.
- Ladetarif: Ihr schließt einen Vertrag mit einem Anbieter ab und ladet beispielsweise über dessen App oder Ladekarte. Damit könnt ihr häufig die Säulen verschiedener Betreiber nutzen.
Das funktioniert ähnlich wie Roaming beim Smartphone: Der Anbieter des Ladetarifs schließt Verträge mit unterschiedlichen Ladesäulenbetreibern. Praktisch für uns: Wir brauchen nicht für jedes Ladenetz einen eigenen Vertrag.
"Ich brauche jetzt nicht für jedes Ladenetz immer einen eigenen Vertrag."
Allerdings kann unser Anbieter je nach Ladesäule unterschiedliche Preise verlangen. Deshalb kann derselbe Strom am selben Ladepunkt je nach Tarif unterschiedlich viel kosten.
Preise vergleichen und genau hinschauen
Bei Benzin und Diesel müssen Tankstellen Preisänderungen zentral melden. Beim Ladestrom gibt es eine solche verpflichtende zentrale Datenbank für die verschiedenen Vertragstarife nicht. Das macht den Preisvergleich schwieriger.
Wer trotzdem möglichst günstig laden möchte, kann Vergleichs-Apps wie ChargePrice oder LadeFuchs nutzen. Sie sammeln die Preise verschiedener Anbieter und helfen dabei, einen günstigeren Tarif für eine Ladesäule zu finden.
"Anders als beim Sprit gibt es keine zentrale verpflichtende Datenbank, die aktuell gehalten wird."
Allerdings können in den Vergleichs-Apps schonmal Preise fehlen oder bereits veraltet sein, erklärt Nico Rau. Wer regelmäßig öffentlich lädt, sollte deshalb vorab vergleichen, welche Anbieter an den häufig genutzten Säulen günstig sind.
Wer dagegen nur selten öffentlich Strom nachladen muss, kann spontan per Ad-hoc-Laden bezahlen – muss dafür aber häufig mit einem höheren Preis rechnen.
Mehr Planbarkeit durch Gesetze?
Mehr Transparenz könnte künftig auch die Politik schaffen: Eine Arbeitsgruppe der Bundesregierung hat bereits Vorschläge dazu erarbeitet. Beschlossen ist bislang allerdings noch nichts.