EnergiesparenGefahr von Legionellen durch kaltes Wasser

Energiesparen ist aktuell das Top-Thema bei vielen. Kälter duschen, indem wir die Grundtemperatur der Therme runterdrehen, sollten wir aber nicht. Legionellen können eine Gefahr darstellen, erklärt Benedikt Schaefer vom Umweltbundesamt.

Die Wohlfühltemperatur beim Duschen liegt so um die 38 Grad Celsius. Wer jetzt denkt, er könnte ja einfach die Erhitzungstemperatur der Therme oder des Durchlauferhitzers auf diese Temperatur runter stellen, sollte es lassen. Benedikt Schaefer vom Umweltbundesamt sagt, dass sich durch die niedrige Grundtemperatur beim Erhitzen, im Wasserspeicher und den Leitungen Bakterien vermehren können.

"Es geht nicht so sehr um die Temperatur so wie sie die Dusche verlässt, sondern es geht um die Temperatur im Speicher selbst oder in den Leitungen."
Benedikt Schaefer, Umweltbundesamt

Bei Wasserhähnen gibt es eigentlich nur die Möglichkeit, sehr heißes oder sehr kaltes Wasser zu bekommen. Das heiße Wasser wird immer auf die Temperatur erhitzt, die an der Therme oder dem Durchlauferhitzer eingestellt ist.

Die angenehmen 38 Grad aus dem Wasserhahn kommen durch das Mischen von kaltem und warmem Wasser einer Mischbatterie zustande. Früher mussten wir das noch selbst machen: Auf der einen Seite an der warmen und bei der anderen Seite an der kalten Armatur schrauben. Weil das gar nicht so einfach ist, erledigt genau das inzwischen eine Mischbatterie für uns.

Warum Legionellen gefährlich sind

Legionellen sind Stäbchenbakterien. Sie leben weltweit in oberflächlichen Gewässern und im Boden. Diese Bakterien kommen in Süßwasser und in Salzwasser vor. In geringer Zahl gibt es sie also überall. Wenn sich Legionellen aber stark vermehren, dann stellen sie ein massives Gesundheitsrisiko dar. Das Robert Koch-Institut (RKI) erklärt, dass sich Legionellen am besten bei einer Temperatur zwischen 25-50 Grad vermehren.

"Wichtig ist, dass sich diese Bakterien nicht so vermehren, dass Leute krank werden können und das gilt auch bei Legionellen."
Benedikt Schaefer, Umweltbundesamt

Wenn sich Legionellen im Wasser durch eine zu niedrige Temperatur beim Erhitzen vermehren, können sie zum Beispiel beim Duschen wieder durch Aerosole aus den Wasserleitungen kommen.

In großer Menge eingeatmet führen Legionellen zu zwei unterschiedlichen Krankheiten. Zum einen zur Legionärskrankheit, eine sehr schnelle und gefährlich verlaufende Lungenentzündung. Zum anderen zum Pontiac-Fieber. Einer Art von Grippe, über die bisher wenig bekannt ist.

Energiesparen ohne Legionellen zu riskieren

Legionellen vorbeugen, das können wir am besten, wenn wir die Temperatureinstellung an unserem Wassererhitzer richtig einstellen. Wenn die Temperatur bei 60 Grad Celsius oder darüber liegt, dann gibt es laut Benedikt Schäfer kein Risiko. Ebenfalls ist es möglich, die Höchsttemperatur zusätzlich mit einem Wasserthermometer zu testen.

"Wasser ist entweder kalt oder heiß, die Temperaturen dazwischen sollte man vermeiden."
Benedikt Schaefer, Umweltbundesamt

Wer Energie sparen möchte, sagt Benedikt Schäfer, der sollte auf die Temperatur der Dusche beim Duschen achten. Wenn wir kalt duschen, dann sparen wir nämlich wirklich Energie. Und zwar die Energie, um das Wasser im Wasserspeicher auf 60 Grad zu erhitzen.