Europäische ZentralbankGeldscheine sollen ein neues Design bekommen
Euroscheine bekommen ein neues Design. Zur Auswahl stehen Kultur- oder Naturmotive. Auf der EZB-Website können wir bis Ende September mitentscheiden. Bis spätestens 2028 oder 2029 sollen die Scheine dann in Umlauf kommen.
Wann wir uns von den alten Scheinen verabschieden müssen, ist noch nicht klar. Die Europäische Zentralbank (EZB) kündigt an, die Scheine mit neuen Motiven spätestens zwischen 2028 und 2029 in Umlauf zu bringen. Auch danach wird es möglich sein, mit den alten Scheinen zu bezahlen.
Nun geht es erst einmal um das neue Design der Banknoten. Europäer und Europäerinnen dürfen noch bis Ende September mitbestimmen, welche Motive auf die neuen Scheine gedruckt werden.
Das Online-Voting wird jedoch nicht allein darüber entscheiden, welche Motive auf die Scheine gedruckt werden. Parallel dazu befragt die EZB eine repräsentative Gruppe von Menschen aus dem Euroraum. Hinzu kommen noch die Einschätzung einer Fachjury und technische Prüfungen. Das letzte Wort in der Entscheidung hat dann allerdings der EZB-Rat.
"Es gibt zehn Entwürfe, über die wir abstimmen können."
Abstimmen können wir zunächst zwischen zwei Themenwelten: Entweder europäische Kultur oder Landschaften. Die Motive für die einzelnen Banknoten sind schon ausgewählt. Für jedes Thema gibt es dann fünf sehr unterschiedliche Designs. Jeder Entwurf zeigt eine komplette Serie – vom Fünfer bis zum 200-Euro-Schein.
Vögel und Landschaften
Beim Naturthema sind Landschaften und Vögel abgebildet. Jeweils auf der Vorderseite wird dann ein Vogel abgebildet sein. Auf den Zehn-Euro-Schein könnte ein Eisvogel kommen, auf den 50-Euro-Schein ein Weißstorch. Und auf dem 200-Euro-Schein ein Basstölpel – ein großer Seevogel. Auf der Rückseite wären jeweils europäische Institutionen zu sehen – beispielsweise das EU-Parlament, der Europäische Gerichtshof oder die EZB.
Europäische Kultur
Beim Thema europäische Kultur wären auf der Vorderseite berühmte Europäerinnen und Europäer zu sehen. Auf Fünf-Euro-Scheinen wäre beispielsweise die Opernsängerin Maria Callas, auf dem Zehn-Euro-Schein der Komponist Ludwig van Beethoven oder auf dem Zwanziger die Wissenschaftlerin Marie Curie zu sehen. Die Rückseite würde Szenen aus dem europäischen Kulturleben zeigen – zum Beispiel Straßenmusik, Theater oder einen Kinderchor.
Für jede Themenwelt gibt es verschiedene Designvorschläge, die sich zwar stark voneinander unterscheiden. Einige Entwürfe seien sehr klassisch. "Was man von einem Geldschein erwartet: Porträt, große Zahl, relativ ruhig", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Jakob Vogel. Dagegen wirken andere Designs wie moderne Kunstplakate, findet unser Reporter.
"Bei einem Kulturentwurf sieht man vor allem riesige Ausschnitte von Augen und Mündern."
Europäische Identität
Ein anderes Beispiel: Bei einem Naturentwurf werden die Rufe der Vögel in Linien übersetzt. Deutschlandfunk-Nova-Reporter Jakob Vogel hat aber einen Favoriten aus der Sektion Natur.
"Da erzählen alle Scheine zusammen die Reise eines Flusses – vom Gebirge bis zum Meer."
Die neuen Geldscheine sollen übrigens kommen, weil viele in der EU mit den derzeitigen Designs unzufrieden sind. Teilweise sind darauf Brücken, Tore und Fenster zu sehen, die es so in Wirklichkeit gar nicht gibt. Bei der Einführung damals wollte die EZB verhindern, dass sich einzelne Länder bevorzugt fühlen, weswegen sie auf fiktive Abbildungen setzte.
Die neuen Scheine sollen echte europäische Identität vermitteln – und außerdem soll es schwerer sein, sie zu fälschen.