FliegenFrankfurt eröffnet Terminal 3
Größer, schöner und schneller: Der neue Terminal am Flughafen Frankfurt steht für ein altes Ideal. Nun ist es einigermaßen im Kostenplan fertig geworden. Und sogar die inneren Werte stimmen, findet unser Korrespondent
Der Frankfurter Flughafen hat ein neues Passagierterminal. Im sternförmigen Terminal 3 im Süden des Flughafens können künftig Jahr für Jahr nun rund 19 Millionen Fluggäste abgefertigt werden. In einer optionalen Ausbaustufe auf 25 Millionen würde der neue Terminal die Gesamtkapazität des viertgrößten deutschen Flughafens in Düsseldorf erreichen.
Verbesserungen erhoffe sich der Flughafenbetreiber nicht nur bei der Kapazität, sondern auch bei der gesamten Flughafenlogistik, sagt Dlf-Hessen-Korrespondent Gregor Lischka.
Und er findet das Gebäude sogar irgendwie schön. "Dafür, dass es schon vor 20 Jahren geplant worden ist, sieht es sehr futuristisch aus. Als ich das letzte Mal auf der Baustelle war, da war das schon ein rundum verglastes, ganz offenes, helles Gebäude."
"Im Eingangsbereich schweben riesige kupferfarbene Kunstwerke direkt unter der Decke, die dann auch wie Quallen ständig in Bewegung sind."
Auch das Innere des neuen Gebäudes hat bei Gregor Lischka Eindruck gemacht: "An manchen Stellen fühlt man sich fast wie in einem Museum für moderne Kunst und nicht unbedingt wie in einem klassischen Flughafen", sagt er mit Blick auf die aufwendige Ausstattung – insbesondere der Decken.
"Für manche ist das hier der Beweis, dass Deutschland tatsächlich noch Großprojekte kann."
Rund vier Milliarden Euro hat Fraport, die Betreibergesellschaft des größten deutschen Flughafens, in den neuen Terminal investiert. "Ursprünglich ging man von etwas weniger als drei Milliarden Euro aus. Man hat das recht frühzeitig korrigiert und liegt jetzt mit den vier Milliarden Euro im Plan", erklärt Gregor Lischka und erinnert daran, dass ein großer Teil der Anteile an der Fraport AG vom Land Hessen und der Stadt Frankfurt gehalten wird und es sich also keineswegs um eine rein private Baustelle – immerhin zeitweise die größte Europas – gehandelt habe.
"Indirekt hat hier auch die öffentliche Hand, auch der Steuerzahler, für diese vier Milliarden Euro gerade gestanden."
Symbolisch stehe der neue Terminal für das Ideal einer grenzenlos wachsenden Luftverkehrsbranche und passe damit weder zur Klimakrise noch zu den kriegsbedingten Schwierigkeiten bei der Kerosinversorgung oder zur erheblichen Umweltbelastung durch den Flugverkehr. Und auch die faktischen Rahmenbedingungen in der Passagierluftfahrt haben sich verändert.
Sinkende Prognosen bei Passagieren
"Jetzt hinken die Fluggastzahlen seit der Corona-Pandemie aber deutlich hinter diesen Zielen und Prognosen zurück", sagt Gregor Lischka. Ob eine Sanierung des Terminals 2 ausgereicht hätte, um den Flughafen zukunftsfest zu machen? Das stehe auf einem anderen Blatt, sagt unser Korrespondent.
"Die Kritik von vielen Bürgerinitiativen lautet: Das ist überdimensioniert, ja fast schon größenwahnsinnig."
Im Jahr 2025 reisten rund 63 Millionen Menschen von und nach Frankfurt – bei gut 460.000 Starts und Landungen. Als erste Flugzeuge werden am neuen Frankfurter Terminal 3 am Donnerstag, den 23. April 2026, Maschinen chinesischer Airlines erwartet.