Mehr Geld für GamesBund fördert Computerspiele

Wenn es um Computerspiele geht, hinkt Deutschland hinterher. Doch das soll sich jetzt ändern: Zum ersten Mal gibt es eine finanzielle Förderung vom Staat auf Bundesebene. Doch das ist nur der erste kleine Schritt.

Bis zu 200.000 Euro können Gamedesigner in Deutschland bekommen, damit sie ihre Spieleprojekte verwirklichen können. Das Geld kommt vom Verkehrs- und Digitalministerium. Und für Spieleentwickler ist das eine große Sache: Bisher gibt es nur in einzelnen Bundesländern eine Förderung von Computerspielen.

Das sind nicht die besten Bedingungen für Spieleentwickler. "Das hat die deutsche Indie-Szene glaub ich schon ein bisschen zurückgeworfen gegenüber anderen", sagt Daniel Marx von den kleinen Hamburger Osmotic Studios. Er und seine zwei Kollegen haben in den letzten Monaten bereits Konzepte erstellt, die gefördert werden könnten.

"Ich glaube einfach, dass Indiegame-Entwickler es hierzulande immer noch ein bisschen schwerer haben als anderswo."

Ziel der Förderung: Es sollen mehr und bessere Games aus Deutschland kommen, Marktanteile sollen steigen und die Spielefirmen mehr Mitarbeiter einstellen. "Mit dieser Förderung jetzt lassen sich eher kleine Spieleprojekte umsetzen", sagt Thomas Ruscher von Deutschlandfunk Nova. Denn 200.000 Euro sind für kleine und mittlere Studios eine ordentliche Stange Geld. Für große Entwickler oder Publisher, also Verlage der Spieleindustrie, ist das allerdings eher ein Tropfen auf den heißen Stein.

Spieleentwicklung kostet viele Millionen Euro

Wer ein großes Computerspiel entwickeln möchte, muss tief in die Tasche greifen: "The Witcher 3" zum Beispiel aus Polen hat mehr als 70 Millionen Euro gekostet. Und "Red Dead Redemption 2", ein extrem detailverliebtes Wild-West-Spiel, soll sogar circa eine halbe Milliarde Euro gekostet haben. Deutsche Spiele kommen da nicht ran, aus Deutschland gibt es keine Blockbuster-Games.

Für Benedikt Grindel von Ubisoft, einem der wenigen internationalen Gameskonzerne, die sich in Deutschland eigene Studios gönnen, liegt das auch an der mangelnden Unterstützung vom Staat: "Die großen internationalen Publisher, die genau in diese Richtung investieren, schauen genau, wo die Standortbedingungen gut sind." Seiner Meinung nach wird es Zeit, dass auch Deutschland seine Spieleentwickler finanziell unterstützt.

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Sein Wunsch daher: Mehr Geld vom Staat. "Denn Computerspiele sind eine Zukunftsbranche. Und ich glaube, die entscheidende Weiche ist, dass Bundesförderung kommt - und zwar substanziell und automatisiert."

"Dass es jetzt aber die kleine Förderung gibt, sozusagen den Lückenfüller bis zur vollen Millionenförderung, ist ein sehr positives Zeichen für die Gamesbranche."
Thomas Ruscher, Deutschlandfunk Nova

Ende des Jahres soll dann die große Förderung aus einem 50-Millionen-Euro-Topf des Bundesverkehrsministeriums kommen. Bis es aber so weit ist, muss die Europäische Union das Konzept noch durchwinken. Wann diese Förderung kommt und wie sie ganz genau aussehen wird, ist also noch nicht klar.