GeldFrauen müssen in Beziehungen besser vorsorgen
Frauen übernehmen in Deutschland immer noch einen Großteil der Care-Arbeit, lassen sich dafür aber oft nicht ausreichend entschädigen. Saskia Schlemmer aka "Die Scheidungsanwältin" erklärt, wie Frauen besser für sich einstehen können und sollten.
Frauen verbringen in der Woche laut Statistischem Bundesamt im Schnitt neun Stunden mehr mit unbezahlter Sorgearbeit als Männer. Das ist mehr als ein kompletter Arbeitstag. Sie pflegen Angehörige, kümmern sich um die Kindererziehung und die Hausarbeit.
Der Gender-Care-Gap führt zum Gender-Pension-Gap
In ihrem Erwerbsleben arbeiten Frauen öfter in Teilzeit oder haben komplette Ausfallzeiten wegen Care-Arbeit. Und so entsteht aus dem Gender-Care-Gap im Alter dann der sogenannte Gender-Pension-Gap, auch Rentenlücke genannt.
Jede fünfte Frau ab 65 in Deutschland ist laut dem Statistischen Bundesamt von Altersarmut betroffen und hat weniger als 1.445 Euro im Monat zur Verfügung. Frauen haben demnach im Alter im Schnitt weniger als ein Drittel weniger Einkommen zur Verfügung als Männer.
"Was sich wirklich auswirkt, auch auf deine Erwerbsbiografie, ist das Muttersein."
Saskia Schlemmer, als Anwältin für Familienrecht spezialisiert auf Scheidungen und Eheverträge, sagt: Die finanziell gesehen wichtigste Frage im Leben einer Frau ist – Kinder kriegen oder nicht? Deswegen solle man spätestens bei der Kinderfrage auch über die Ehe sprechen, findet die Anwältin. Auch wenn die oft keinen guten Ruf habe.
Ehe als Schutz vor Gender-Pension-Gap
Selbst ohne oder mit einem schlechten Ehevertrag biete die Ehe in Deutschland einen Minimalschutz zur finanziellen Absicherung, sagt sie. Ohne Ehe habe man zum Beispiel keinen Trennungsunterhaltsanspruch und auch keinen Versorgungsausgleich.
"Oft wird die Ehe verteufelt und gesagt, damit beginnt dann das Übel. Aber meistens ändert sich durch die Ehe erst mal nicht wirklich viel."
Gleichzeitig plädiert Saskia Schlemmer ganz klar dafür, dass sich Frauen finanziell besser absichern als mit dem Minimum. Das kann zum Beispiel ein Ehevertrag leisten.
Warum Frauen sich oft nicht trauen, die für sich beste Absicherung zu fordern und warum alles 50:50 zu teilen, oft nicht die beste Lösung ist, erfahrt ihr in dieser Folge von Eine Stunde Liebe.