GlyphosatHerbizid ist gesundheitsgefährdend

Das Herbizid Glyphosat verursacht wahrscheinlich Krebs. Nach zahlreicher Kritik von staatlichen Behörden an einer WHO-Studie bekräftigt die Weltgesundheitsorganisation jetzt ihre Aussage.

Dass Glyphosat krebserregend sei, davor warnen weltweit verschiedenen Umweltorganisationen immer wieder. Im März dieses Jahres hat nun auch die Weltgesundheitsorganisation WHO bestätigt, dass der Unkrautvernichter "wahrscheinlich krebserregend für den Menschen" ist. International nahmen staatliche Behörden die Aussage zunächst kritisch auf: Sie forderten stichhaltige Beweise. Auch das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung stuft das Herbizid, das es als "Roundup" in jedem Baumarkt zu kaufen gab, als unbedenklich ein.

Dieser Embed kann leider nur direkt auf der Webseite von Deutschlandfunk Nova angezeigt werden.

Hersteller von Roundup ist der US-Agrar-,Biotech- und Chemie-Konzern Monsanto, der über viele Jahre mit in Auftrag gegebenen Studien die Unschädlichkeit seines Herbizids belegte. Nun scheint aber die Studie der Internationalen Krebsforschungsagentur im Auftrag der WHO die Monsanto-Studien zu widerlegen. Die Agentur hat rund 200 Studien ausgewertet mit dem Ergebnis: Glyphosat ist bei Tieren krebserregend, wofür ausreichend Beweise vorliegen.

"Wahrscheinlich krebserregend für Menschen"

Für die kanzerogene Wirkung beim Menschen gibt es nur begrenzte Beweise. Daher deklarieren die Forscher Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend für Menschen". Zumindest ist das die zweithöchste Gefahrenstufe für Menschen. Was die Forscher eindeutig nachgewiesen haben, ist der Zusammenhang zwischen Glyphosat und dem Non-Hodkin-Lymphom, einer bösartigen Erkrankung des Lymphsystems beim Menschen.

Zwielichtige Glyphosate Task Force

Die Bestätigung der Gesundheitsgefährdung hat das Bundesinstitut für Risikobewertung aber noch nicht dazu veranlasst, das Herbizid in Deutschland zu verbieten. Zumindest haben viele Baumärkte ihre Regale mit "Roundup" leer geräumt. Dieses Jahr läuft die Zulassung für Glyphosat aus. Für die europaweite Neuzulassung ist das Bundesinstitut zuständig.


Bleibt die Frage, ob das Institut sich in Zukunft von der WHO-Studie überzeugen lässt oder weiter den Studien der Glyphosate Task Force Glauben schenkt. Das ist eine Organisation der Hersteller und Verkäufer des Herbizids - mit dabei: Syngenta, Dow Agroscience und Monsanto. Sie verdienen Milliarden mit dem Unkrautvernichter, dessen Absatzzahlen steigend sind.

Mehr über die Gefährdung durch Glyhposat: