GrundschuleMehrsprachigkeit im Klassenzimmer

In vielen Familien werden heute mehrere Sprachen gesprochen. Was bedeutet das für den Grundschulunterricht? Wie gehen Lehrkräfte mit Mehrsprachigkeit um? Ein Vortrag der Erziehungswissenschaftlerin Sarah Désirée Lange.

Kinder, die neben Deutsch eine oder zwei weitere Sprachen sprechen, sind heute nicht mehr ungewöhnlich.

Die Mehrsprachigkeit der Kinder kann im Grundschulunterricht eine pädagogische Herausforderung sein. Doch es gibt bisher nur wenige pädagogische Konzepte, wie Lehrkräfte im Unterricht sinnvoll und produktiv mit der Mehrsprachigkeit der Kinder umgehen können.

"Aufwachsen mit mehreren Sprachen ist eine Normalität, ein zentrales Kennzeichen auch für Grundschulklassen in Deutschland."
Sarah Désirée Lange, Erziehungswissenschaftlerin

Um solche Konzepte entwickeln zu können, ist eine empirische Grundlage wichtig: Was bedeutet den Kindern selbst ihre Mehrsprachigkeit? Welche Einstellungen haben Lehrkräfte darauf, dass die Kinder in ihren Klassen mehrere Sprachen sprechen?

BLUME-Studie: Mehrsprachigkeit in Grundschulen

Das sind einige der Fragen, die Sarah Désireée Lange und ihr Team erforscht haben. Lange ist Professorin für Schulpädagogik der Primarstufe an der TU Chemnitz.

Lehrkräfte blicken unterschiedlich auf Mehrsprachigkeit

In der sogenannten BLUME-Studie hat sie Schüler*innen und Lehrkräfte zum Thema Mehrsprachigkeit befragt. Ein Ergebnis: Die Lehrkräfte haben sehr unterschiedliche Meinungen und Einstellungen zum Thema Mehrsprachigkeit.

Ein Typus von Lehrkraft ist die sogenannte "enthusiastische Verfechterin", die Mehrsprachigkeit als gewinnbringend ansieht.

"Die Lehrkräfte nutzen Mehrsprachigkeit aktiv im Unterricht mit vielen unterschiedlichen Zielen."
Sarah Désirée Lange, Erziehungswissenschaftlerin

Bei anderen Lehrkräften hingegen gibt es große Skepsis. Diesen Typus nennt Lange "die ablehnende Gegnerin".

"Das sind Lehrkräfte, die lehnen Mehrsprachigkeit ab. Punkt."
Sarah Désirée Lange, Erziehungswissenschaftlerin

Zwischen diesen beiden Polen gibt es ein breites Spektrum an Einstellungen, wie Sarah Désirée Lange in ihrer Studie herausgefunden hat.

In ihrem Vortrag stellt sie die unterschiedlichen Einstellungen der Lehrkräfte vor und erklärt deren Bedeutung, um Mehrsprachigkeit im Grundschulunterricht pädagogisch sinnvoll zu gestalten.

Sarah Désirée Lange ist Professorin für Schulpädagogik der Primarstufe an der TU Chemnitz. Ihr Vortrag Mehrsprachigkeit? Ja, aber wie? – Lehrkräfte zwischen Unsicherheit, Überzeugungen und Unterrichtsrealität. Sie hielt ihn am 6. Januar 2026 in Hamburg im Rahmen der Vorlesungsreihe Interkulturelle Bildung der Universität Hamburg.