Illegale AutorennenAchtung, Carwoche

Die illegale Autorennszene hat sich ihre eigenen Festwochen geschaffen. Aus dem österlichen Kar ist das englische Car geworden. Deshalb finden gerade vor Ostern ziemlich viele dieser Rennen statt. Die Polizei muss sich einiges einfallen lassen, um das zu unterbinden.

Die Szene rund um illegale Autorennen versteht sich längst als eine Art Subkultur. Und diese Subkultur, sagt Verkehrssoziologe Alfred Fuhr, möchte auch wahrgenommen werden. Also inszenieren sich die Raser, machen Fotos und Videos, teilen sie in ihren Gruppen und in sozialen Netzwerken. Einige Videos landen auch direkt bei der Polizei, denn das Katz-und-Maus-Spiel gehört dazu.

"Die können meistens nur sehr schnell geradeaus fahren und bekommen bei Kurven große Probleme. Die über soziale Medien zusammengerufenen Zuschauer sind bei sowas natürlich gefährdet."
Alfred Fuhr, Verkehrssoziologe

Auch für die Organisation der Rennen sind die Sozialen Netzwerke ein wichtiges Instrument. Dort posten die Fahrer zum Beispiel, was ihre selbst getunten Rennwagen so alles drauf haben, fordern ihre Gegner heraus. Per SMS werden Ort und Zeit bestimmt. Zum einen für das Rennen selber, zum anderen aber auch für die, die das Ganze per Video dokumentieren sollen. Das größte Problem dabei: Viele Fahrer überschätzen ihre Fähigkeiten und gefährden so nicht nur sich, sondern vor allem auch andere.

Es geht um viel Geld

Bei den Rennen geht es aber nicht ausschließlich um den Spaß am Rasen. Es geht um sehr viel Geld. Denn um ein normales Straßenauto zu einem Rennwagen umzurüsten, müssen schon mal 20.000 bis 30.000 Euro hingeblättert werden. Und ähnlich wie im Film "The fast and the furious" gewinnt der Sieger eines Rennens das Auto des Verlierers.

Aber: Die Polizei kennt die Szene ziemlich gut, sagt Alfred Fuhr. Entsprechend erfolgreich dringt sie in die Gruppen ein und weiß schnell Bescheid, wenn wieder eines dieser Rennen stattfinden soll. So wurde die Szene in vielen Großstädten erfolgreich aufs Land verdrängt. Aber damit gibt sich die Polizei nicht zufrieden. Ihr Ziel ist es, die Rennen vor allem zu verhindern:

"Es gibt relativ schnell Razzien, und dann wird das Auto einkassiert - und das ist eigentlich das Schlimmste, was denen passieren kann."
Alfred Fuhr, Verkehrssoziologe

Hintergrund zu Illegalen Autorennen: