Invasive TierartenFressen wir die Waschbären!

Sie gehören hier nicht her und machen sich breit: Waschbären, Wollhandkrabben, Schwebegarnelen sind invasive Tierarten. Einige von ihnen können das ökologische Gleichgewicht stören und in Schieflage bringen. Die Lösung: Essen wir sie auf!

Der Waschbär ist eigentlich ein ganz nettes Tierchen. Irgendwann vor 80 Jahren sollen die ersten von ihnen aus einer Pelztierfarm ausgebüchst sein. Seitdem breiten sie sich in Deutschland und Europa aus. Das macht aber nichts: Sie haben sich ihrer Umwelt in Europa angepasst und fressen meistens keiner anderen Art etwas weg. Andere invasive Arten sind allerdings nicht so freundlich. Wollhandkrabben, Schwebegarnelen und Rippenquallen verdrängen andere Tierarten und zerstören die Flussufer.

Bun Lai kocht und isst invasive Arten

Eine Lösung für das Problem: Wir essen alle Tiere auf, die hier nicht hergehören. Der Sushi-Koch Bun Lai macht genau das in Florida: Er macht Jagd auf invasive Tierarten.

Iguanas, Feuerfisch, wilde Antilope aus Texas, Grille mit Brie - Bun Lai kocht alles. Und er isst alles. Das Problem der invasiven Arten lässt sich so aber nicht wegfuttern, vermutet Roland Gramling vom Worldwide Fund for Nature, dem WWF.

"Dadurch lassen sich sicher keine invasiven Arten wieder zurück drängen, es ist eine Nutzung natürlicher Ressourcen, wenn man anfängt, invasive Arten zu essen."

Dabei müssen wir die invasiven Arten gar nicht unbedingt wegessen, denn sie sind manchmal nicht so problematisch wie man spontan denkt. Sie verändern zwar ihre Umwelt - das ist aber nicht unbedingt schlecht.

"Nur wenn der Mensch eingreift und Arten aussetzt oder einschleppt, dann kann es für die Ökosysteme zum Problem werden."

Roland Gramling vergleicht das mit dem Klimawandel: "Auch das Klima hat sich immer verändert, es war nie gänzlich stabil, und auch das Ökosystem auf der Erde hatte immer Zeit sich anzupassen, weil die Veränderungen eben langsam vonstatten gingen."

Das funktioniert auch bei Tieren - allerdings nur dann, wenn die Tiere auf natürlichem Weg zu uns kommen und nicht etwa von Menschen eingeschleppt werden.

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