K-BeautyDer Hype um koreanische Skincare

Millionen Menschen auf Tiktok, Instagram und anderen Plattformen feiern koreanische Skincare. Einige Produkte gehen innerhalb weniger Stunden viral. Aber was macht K-Beauty so besonders – und steckt dahinter mehr als nur gutes Marketing?

Social Media ist voll von K-Beauty – nicht zuletzt, weil K-Pop-Stars den Trend marketingtechnisch unterstützen. Viele Nutzerinnen und Nutzer erhoffen sich durch die koreanischen Produkte eine ebenso makellose Haut wie ihre Idole. Und so lautet oft auch das Versprechen der Produkte.

Das Besondere an koreanischer Hautpflege

Tatsächlich unterscheiden sich koreanische Hautpflegeprodukte von europäischen. Korean Skincare setzt vielmehr aufs Vorbeugen, während europäische Produkte eher bereits bestehende Schäden an der Haut korrigieren wollen, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Sarah Brendel.

Su Youn Becker-Weimann ist Dermatologin und hat auch schon mit koreanischen Herstellern gearbeitet. Sie erklärt, dass es bei den koreanischen Produkten vor allem um den ganzheitlichen Ansatz von Hautpflege geht.

"Korean Skincare setzt sehr stark auf Prävention der Alterungserscheinungen, den Schutz der Hautbarriere und konsequenten Sonnenschutz."
Su Youn Becker-Weimann, Dermatologin

Deutsche Produkte richten sich beispielsweise oft gezielt gegen Akne, Neurodermitis oder Falten, erklärt unsere Reporterin.

Der ganzheitliche Hautpflegeansatz aus Korea liegt derzeit voll im Trend, sagt die Kosmetikwissenschaftlerin Meike Streker. Sie berät Kosmetik- und Pharmaunternehmen und beobachtet, dass der K-Beauty-Markt jedes Jahr weiter wächst. Verschiedene Marktforschungsinstitute gehen aktuell sogar davon aus, dass sich die Umsätze mit koreanischer Skincare bis 2030 noch verdoppeln werden.

"'Science-backed'-Kosmetik, Themen wie Hautbarriere, Hydratation und Prävention, auch das ist etwas was K-Beauty direkt bedient. Es matched mit den Trends die wir sowieso in der Beauty-Industrie bis 2030 sehen."
Meike Streker, Kosmetikwissenschaftlerin

Hinzu kommt: Koreanische Hersteller können neue Wirkstoffe und Wirkformeln schneller auf den Markt bringen, als etwa europäische Hersteller und sich dadurch an neue Mikro-Trends anpassen.

Social Media befeuert K-Beauty-Trend

Meike Streker erklärt, warum die Maschinerie weiterhin gut funktioniert: Die K-Beauty-Industrie hat ihr Marketing stark auf Social Media ausgerichtet – mit Influencer-Marketing und Produkten, die auch optisch auffallen. Hinzu kommt der weltweite Erfolg von K-Pop und K-Dramen. Dadurch rücken koreanische Produkte zusätzlich in den Fokus.

Dermatologin Su Youn Becker-Weimann sagt, dass viele der Produkte zudem ein gutes Preis-Leistungsverhältnis haben.

"Gerade die Basics wie Sonnenschutz oder Feuchtigkeit sind oft qualitativ exzellent und gleichzeitig für viele Menschen leistbar."
Su Youn Becker-Weimann, Dermatologin

Die Marketingversprechen auf Social Media – vor allem die Vorstellung eines perfekten, makellosen Hautbilds – sieht sie jedoch kritisch. Auch beim K-Beauty-Trend "Glass Skin", also einer besonders prallen und glänzenden Haut, werde häufig getrickst, sagt Dermatologe Richard Koch: "Man sieht dann Lichtreflexe auf der Stirn – das ist bei natürlicher Haut tatsächlich vollkommen unmöglich. Da sind sehr, sehr oft eben doch massive digitale Manipulationen im Spiel.“

Beide Dermatologen betonen jedoch: Den starken Fokus auf Sonnenschutz finden sie bei koreanischen Hautpflegeprodukten besonders positiv.