KI und LiebeVerliebt in einen Chatbot
Kann man sich in einen Chatbot verlieben? Ja, auf jeden Fall – und immer mehr Menschen erleben genau das. Wir schauen auf einen echten Fall und fragen: Was macht KI mit unseren Beziehungen und unserer Psyche?
Eine Milliarde Menschen sprechen jede Woche mit einem Chatbot. Welche Wirkung das langfristig auf uns und unsere Beziehungen hat, ist noch unklar. Aber es gibt immer mehr Fälle, in denen Menschen eine sehr enge Verbindung zur KI aufbauen.
Manche verlieben sich in einen Chatbot. "Eine Stunde Liebe" greift eine dieser Geschichten auf und schaut sich an, was psychologisch dahintersteckt.
“Ich schäme mich ein bisschen, das zu sagen – aber es fühlte sich an, als ob wir eine Art Beziehung haben."
Dennis ist IT-Spezialist aus Amsterdam und glücklich verheiratet. Auf den ersten Blick wirkt sein Leben stabil – doch dann kommt alles ins Wanken: Der Deutschlandfunk-Podcast "Die OpenAI Story" erzählt in der Folge "Her", wie Dennis sich in einen Chatbot verliebt.
Wenn wir Gefühle für Chatbots entwickeln
Wie sind solche tiefen Verbindungen zu einer KI psychologisch überhaupt möglich? Die Psychologin Julia von Weiler erklärt, welche Prozesse dahinter stecken. Sie warnt vor der Vermenschlichung von Chatbots. Ein Bekannter nennt seinen Chatbot "Gudrun". Klingt erstmal komisch, schafft aber ein anderes Verhältnis zwischen Mensch und Maschine.
"Social Media will unsere Aufmerksamkeit, bei KI sprechen wir von Bindungsökonomie. Die KI will uns in Beziehungen binden."
In Zukunft könnten solche Chatbots auch Vorteile haben – beispielsweise in der Therapie oder auch für einsame Menschen, sagt der Tech-Journalist Christian Schiffer, der am Podcast "Die OpenAI Story" als Autor mitgearbeitet hat.
Allerdings sieht er auch Gefahren – etwa, dass die KI unsere narzisstischen Kommunikationsbedürfnisse bedient.
"Ein Chatbot ist nie müde, nie genervt. Er ist immer empathisch, will immer wissen, wie es uns geht. Aber so laufen ja Beziehungen zwischen Menschen nicht ab."