Reiche KirchenDie Kirchensteuer finanziert das Personal der Kirche, nicht etwa Altenheime

Manche Menschen sind nur noch in der Kirche, um wenigstens überhaupt irgendetwas Soziales zu machen. Das Problem: Die Kirchensteuer wird zu großen Teilen überhaupt nicht nur für Seniorenheime und Kindergärten verwendet.

Mehr als die Hälfte ist in Deutschland noch Mitglied in einer der beiden großen Kirchen. Obwohl es immer wieder mal Austrittswellen gibt, haben die Kirchen aufgrund gestiegener Einkommen im vergangenen Jahr die höchsten Einnahmen gehabt. Über elf Milliarden Euro Kirchensteuern haben die Finanzämter einbehalten und an die Kirchen abgeführt. Davon gingen rund sechs Milliarden an die katholische und fünf Milliarden an die evangelische Kirche.

Trotz vieler Austritte: Manche Menschen bleiben Mitglied in der Kirche, weil sie denken, sie würden damit karitative Einrichtungen finanzieren. Das stimmt allerdings eher nicht.

"Zuschüsse an Caritas und Diakonie machen ungefähr zehn Prozent aus. Kirchliche Einrichtung der Caritas und der Diakonie, Altenheime und Kindergärten zum Beispiel, werden zu einem sehr hohen Prozentsatz – über 90 Prozent – staatlich bezuschusst."
Christiane Florin, Redaktion Religion und Gesellschaft des Deutschlandfunks

Das Geld, das unserem Einkommen als Kirchensteuer abgezogen wird, dient in erster Linie dem jeweiligen Bistum dazu, sein Personal zu finanzieren, beispielsweise Pfarrer oder evangelische Pfarrerinnen, Pastoralreferenten und Musikerinnen. Wer glaubt, dass mit der Kirchensteuer karitative Einrichtungen wie Altenheime und Kindergärten, unterstützt werden, sollte wissen, dass diese zu über 90 Prozent vom Staat bezahlt werden. Nur ein geringer Anteil – weniger als zehn Prozent – werden über die Kirchensteuer finanziert wird.

Mitgliederzahlen gehen zurück, Einnahmen steigen trotzdem

Die evangelische und katholische Kirche werden bis zum Jahr 2060 nur noch halb so viele Mitglieder haben wie heute, hat die Universität Freiburg prognostiziert. Grund dafür werden in erster Linie Sterbefälle, Kirchenaustritte und geburtenschwache Jahrgänge sein. Alleine im vergangenen Jahr sind beispielsweise 220.000 evangelische Menschen ausgetreten und 216.000 katholische.

"Der größte Posten in jedem kirchlichen Haushalt ist der für das kirchliche Personal."
Christiane Florin, Redaktion Religion und Gesellschaft des Deutschlandfunks