Radfahren in KopenhagenGrüne Welle

Stau auf dem Radweg. Das ist Alltag in der Fahrradhochburg Kopenhagen. Smartphones und clevere Ampelsysteme sollen jetzt den Verkehrsfluss erhöhen.

Das Ziel ist klar formuliert und verrät große Ambitionen. Kopenhagen will bis 2015 die weltbeste Fahrradstadt der Welt werden. Vor der harten Konkurrenz aus Amsterdam, Portland oder Groningen. Schon jetzt fahren 36 Prozent der Bevölkerung mit dem Fahrrad zur Arbeit oder in die Schule. Die 550.000 Einwohner Kopenhagens besitzen rund 650.000 Fahrräder aber nur 125.000 Pkw und legen mit ihrem Zweirad 1,27 Millionen Kilometer täglich zurück.

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Stau auf dem Fahrradweg

Für eine solche Masse von Fahrradfahrern ist die Infrastruktur der dänischen Hauptstadt aber nicht mehr ausgelegt. Viele Fahrradpendler stehen morgens im Stau und benötigen oft drei Ampelphasen, um es über eine Kreuzung zu schaffen. Ein neues Ampelsystem soll das Problem jetzt lösen und die Fahrradfreundlichkeit nach Kopenhagen zurückbringen.

"Kluge Ampeln messen den Verkehrsstrom anhand von Bluetooth- oder Wifi-Signalen, die von den Smartphones gesendet werden."
Jakob Vogel, DRadio Wissen

Die Ampeln der Zukunft messen die anonymisierten Funksignale der Smartphones und können auf diese Weise Daten über Anzahl der Radler und die individuelle Geschwindigkeit jedes einzelnen sammeln. Entsprechend können Ampelphasen dann direkt angepasst werden. Es bleibt länger grün, wenn sich viele Radler einer Ampel nähern und der Verkehrsfluss wird erhöht.

Ideen über Ideen

Außerdem sollen in Zukunft Teile der Autofahrbahn per Laserlicht in einen zusätzlichen Radweg umfunktioniert werden, wenn zu viele Fahrradfahrer unterwegs sind. Die Idee passt gut zu den bereits installierten LED-Streifen, die dem Radler anzeigen, ob er die nächste Grünphase an der Kreuzung erreichen wird. Leuchten sie grün, ist er schnell genug - wenn sie rot leuchten, kann er getrost weniger in die Pedale treten. Und wenn das alles noch nicht reicht, hauen die Dänen auch einfach mal 5,1 Millionen Euro für eine Fahrradbrücke raus.

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Unter Stadtplanern kursiert für so viel fahrradfreundlichen Enthusiasmus bereits das geflügelte Wort "to copenhagenize" - also eine Stadt kopenhagenisieren.