KüchenmythenDie Wahrheit über Rhabarber
Die einen lieben sie, die anderen rümpfen die Nase, wenn sie Rhabarber-Stangen nur sehen. Es ist gerade Saison und die Supermärkte sind voll davon. Aber Achtung: Die Blätter sind giftig. Mit welchen Rhabarber-Fakten wir noch angeben können.
Die Rhabarber-Saison geht von April bis zum 24. Juni. Das ist der Stichtag überhaupt, der Johannistag. Bis dahin gibt es Spargel und Rhabarber und dann ist Schluss. Beim Rhabarber hat das einen ziemlich wichtigen Hintergrund: die Oxalsäure.
Achtung Oxalsäure!
Besonders viel Oxalsäure enthält roher Rhabarber. In kleinen Mengen ist das komplett unproblematisch, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Julia Floss. Zu viel, also mehr als eine halbe Stange roh, sollte es aber nicht sein. Oxalsäure bindet nämlich Kalzium und der Körper kann diesen wichtigen Mineralstoff dann nicht mehr gut aufnehmen.
Außerdem fördert Oxalsäure die Bildung von Nierensteinen. In großen Mengen ist sie sogar giftig. "Womit wir beim 24. Juni wären: Ab dem Stichtag enthält die Pflanze zu viel Oxalsäure", so Julia Floss.
"Mehr als ein paar Bissen beziehungsweise eine halbe Stange roh zu essen, wird tatsächlich nicht empfohlen."
Ein Tipp beim Einkauf: Dünne, junge Stangen enthalten weniger Säure als große, dicke Rhabarberstangen. Die Stangen sollten außerdem fest sein und knackig. Die Schnittstellen dürfen nicht trocken aussehen. Zuhause am besten in ein feuchtes Küchentuch wickeln und in den Kühlschrank legen – dann hält er sich ein paar Tage.
Rhabarber ist eigentlich Gemüse
Wichtig zu wissen: Rhabarber ist eigentlich Gemüse. Per Definition wächst Obst an mehrjährigen Pflanzen wie Bäumen, Sträuchern oder Stauden. Gemüse dagegen an ein- oder zweijährigen Pflanzen, erklärt unsere Reporterin. "Außerdem meint Obst die Früchte, während Gemüse auch Stängel, Blätter, Blattstiele, Wurzeln oder andere Pflanzenteile sein können." Fazit: Im Garten ist der Rhabarber ein Gemüse, in der Küche eher Obst.
Schnelles Rhabarber-Erdbeerkompott
Für ein schnelles Rhabarber-Erdbeerkompott den Rhabarber schälen, in zwei bis drei Zentimeter große Stücke schneiden, mit Zucker mischen und etwa 10 bis 15 Minuten Saft ziehen lassen. Die Erdbeeren waschen, halbieren und ebenfalls mit etwas Zucker und Zitronensaft kurz ziehen lassen.
Dann das Mark einer Vanilleschote zum Rhabarber geben, alles mit einem kleinen Schluck Wasser in einen Topf geben und etwa vier Minuten köcheln lassen, bis der Rhabarber weich ist. Etwas Speisestärke mit kaltem Wasser oder Saft glatt rühren und damit das Kompott leicht andicken. Wichtig: Die Stärke vorher immer kalt anrühren, sonst entstehen Klümpchen. Alternativ funktioniert auch Vanillepuddingpulver.
Zum Schluss die Erdbeeren unter das warme Kompott rühren. Das Kompott schmeckt lauwarm zu Vanilleeis oder abgekühlt mit Joghurt, Granola, Pudding oder Milchreis.