Leben rettenKeine Angst vor der Herzdruckmassage

"Stayin' Alive" hat gut hundert Beats pro Minute. Der perfekte Song für den Rhythmus einer Herzdruckmassage. Wie auch Poker Face von Lady Gaga. So oder so: Das Blut muss durch den Körper gepumpt werden. Denn eine Herzdruckmassage kann Leben retten.

In Deutschland erleiden jährlich 130.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand – zu Hause oder auch unterwegs. Also, außerhalb einer Klinik. Elf Prozent überleben. Erste Hilfe, bis der Krankenwagen eintrifft, könnte Leben retten.

Doch anwesende Personen trauen sich teilweise nicht, zu helfen. Ihnen fehlen die nötigen Kenntnisse. Oder der Erste-Hilfe-Kurs liegt zu lange zurück, um das Wissen schnell abzurufen. Andere wiederum haben Angst, etwas falsch zu machen.

Schnelle Hilfe ist entscheidend

Diese Angst wird in einer repräsentativen Befragung für die ADAC Stiftung häufig genannt. 37 Prozent der Befragten trauen sich nicht zu, einen Menschen zu reanimieren. Weil sie Angst haben, etwas falsch zu machen. Emotionale Überforderung oder auch Angst vor rechtlichen Konsequenzen. Mehr zur Studie Monitor Reanimation 2025 gibt es hier. Dabei können Helfer*innen Leben retten und auch Risiken schwerer Folgeschäden reduzieren.

Am wichtigsten ist schnelles Handeln, sagt unsere Reporterin Cornelia Braun. Entscheidend seien die ersten drei bis fünf Minuten. Folgende Formel ist hilfreich:

  • Prüfen: Ist die Person noch ansprechbar? Wie ist die Atmung?
  • Rufen: Unbedingt und schnell den Notruf wählen.
  • Drücken: Die Herzdruckmassage beginnen.

Eine Herzdruckmassage ist die wichtigste Sofortmaßnahme. Sie hilft, Blut durch den Körper zu pumpen. Dafür den Ballen einer Hand auf die Mitte des Brustbeins legen, die andere Hand darüber. Dann gleichmäßig drücken und entlasten, so Bernd Böttiger. Er ist Arzt und Vorstandsvorsitzender des Deutschen Rats für Wiederbelebung.

"Einfach in der Mitte des Brustkorbs drücken, entlasten, drücken, entlasten. Fünf bis sechs Zentimeter tief. 100 bis 120 Mal pro Minute."
Bernd W. Böttiger, Arzt und Vorstandsvorsitzender des Deutschen Rats für Wiederbelebung

100 bis 120 Mal pro Minute entsprechen dem Takt von Songs wie Stayin' Alive von den Bee Gees oder Poker Face von Lady Gaga. Diese Titel haben 100 bis 120 Beats pro Minute. Sie helfen, den richtigen Rhythmus für die Herzdruckmassage zu finden.

Wichtig sei auch, nicht zu zaghaft zu drücken, sagt unsere Reporterin.

"Häufig brechen dann auch Rippen. Das ist ein gutes Zeichen. Entscheidend ist ja, dass das Blut fließt. Die Rippe heilt wieder."
Bernd W. Böttiger, Arzt und Vorstandsvorsitzender des Deutschen Rats für Wiederbelebung

Deshalb ist es sinnvoll, sich in einem Erste-Hilfe-Training Wissen zu holen. An Dummies wird geübt, wie viel Druck wichtig ist. So lassen sich Ängste und Sorgen reduzieren, damit wir in einem Notfall helfen können.