Liebe am EndeSo befreien wir uns aus der Beziehungs-Sackgasse

Ständiger Streit um vermeintliche Banalitäten, flammende Eifersucht oder zu viel von diesem Alltag – das alles können Gründe dafür sein, dass wir uns in unserer Beziehung wie in einer Sackgasse gefangen fühlen. Wann genau die Vorwürfe die einstigen Komplimente und Liebesschwüre ersetzt haben, daran können wir uns nicht mehr erinnern. Warum Sackgassen zu Beziehungen dazu gehören und wie wir den Ausweg finden.

Alex (Name von der Redaktion geändert) hatte eine Affäre mit einem Mann – bis dessen Partnerin schwanger wurde. Er entschied sich gegen die Beziehung mit Alex, sie sagt rückblickend: "Ich war in diesem Moment nicht mehr die Priorität." Inzwischen ist die Trennung zwei Jahre her, die beiden sehen sich regelmäßig, vorbei ist es für Alex dennoch nicht.

"Wir sind nicht fertig. Das, was wir sind, geht nicht weg, nur weil man sich rational dagegen entscheidet."

Liebe: Wenn sich ein Partner schon verabschiedet hat

Tina wurde nach 17 Jahren Beziehung verlassen, ganz dem Klischee folgend, hatte sich ihr damaliger Mann für die Beziehung zu einer wesentlich jüngeren Frau entschieden. "Ich hätte den Schlussstrich selbst nicht gezogen. Ich habe noch lange darum gekämpft" gibt sie zu. Für Tina sei die Trennung damals sehr plötzlich gekommen, doch inzwischen weiß sie: Es war ein schleichender Prozess. Rückblickend sagt Tina, habe sie ihre eigene Identität verloren. Wieder zu sich zu finden, kostete sie Kraft und dauerte Jahre.

Eric Hegmann ist Paarberater und sagt, dass Paare oft in einer Sackgasse stecken würden, wenn die emotionale Bindung nicht mehr sicher sei. Er meint damit, dass sich die Menschen zu diesem Zeitpunkt nicht mehr sicher seien, ob sie noch in diese Beziehung investieren wollen und nicht mehr wüssten, ob sie einander überhaupt noch lieben würden. "Häufig gibt es eine Unwucht, also, dass ein Partner schon innerlich gekündigt hat," so der Experte. Mit welchen Strategien Paare dennoch aus der Beziehungs-Sackgasse entkommen können, erklärt er im Podcast.

Trennungen sind kein Scheitern

Laura Ewert hat zusammen mit Heike Blümer ein Buch über Trennungen geschrieben. Bei ihren Recherchen fand sie heraus, dass es zwei Gründe dafür gibt, dass Menschen sich nicht trennen. Gerade in langen Partnerschaften liege das in der Annahme begründet, dass wir viel zu verlieren haben, beispielsweise ein gemeinsames Haus. Der andere Grund sei, dass wir an das Ideal der Partnerschaft glauben. "Man denkt, man muss Beziehungen schaffen und, dass jede Trennung ein Scheitern ist." Deshalb fordert die Expertin: "Das Image von Trennungen muss sich ändern."

Lass dir helfen!

Bestimmte Dinge beschäftigen dich im Moment sehr? Du hast das Gefühl, dich in einer ausweglosen Situation zu stecken? Wenn du dir im Familien- und Freundeskreis keine Hilfe suchen kannst oder möchtest, findest du hier einige anonyme Beratungs- und Seelsorgeangebote:

  • Telefonseelsorge: Unter 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 erreichst du rund um die Uhr Mitarbeiter, mit denen du über deine Sorgen und Ängste sprechen kannst. Auch ein Gespräch via Chat oder E-Mail ist möglich.
  • Kinder- und Jugendtelefon: Der Verein "Nummer gegen Kummer" kümmert sich vor allem um Kinder und Jugendliche, die in einer schwierigen Situation stecken. Erreichbar montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr unter der Rufnummer 116 111
  • Muslimisches Seelsorge-Telefon: Die Mitarbeiter von MuTeS sind 24 Stunden unter 030 – 44 35 09 821 zu erreichen. Bei MuTeS arbeiten qualifizierte Muslime ehrenamtlich. Ein Teil von ihnen spricht auch türkisch.
  • Hier findest du eine Übersicht aller telefonischer, regionaler, Online- und Mail-Beratungsangebote in Deutschland: suizidprophylaxe.de