RegelschmerzenAlternativen zu Ibuprofen, Paracetamol und Co.

Einmal im Monat haben viele Frauen Unterleibskrämpfe, Rückenschmerzen und andere Probleme, wenn sie ihre Tage kriegen. Viele greifen dann zuerst zu Medikamenten wie Ibuprofen oder Paracetamol. Doch die haben Nebenwirkungen und es gibt durchaus Wege, um mit weniger oder sogar ganz ohne Schmerzmittel durchzukommen.

Bei manchen Frauen funktioniert's – ohne Schmerzen und ohne Schmerzmittel. Und manche Frauen müssen Monat für Monat Schmerzmittel nehmen, damit ihre Regelschmerzen so schnell wie möglich verschwinden und sie ihre Tage durchstehen. Allerdings kann zu viel Ibuprofen auf den Magen schlagen und auch Paracetamol hat Nebenwirkungen.

Frauenärztin Beatrice Kochanek rät den Patientinnen in ihrer Praxis deshalb zu Alternativen wie Kinesiotape, Mönchspfeffer oder Frauenmanteltee gegen die Schmerzen, die die Gebärmutter verursacht, wenn sie sich zusammenzieht.

"Man kann in Ausnahmefällen schon mal ein Schmerzmittel nehmen, sollte es aber nicht als Dauertherapie anwenden, weil es Schädigungen im Körper anrichten kann und irgendwann bei vielen Frauen gar nicht mehr wirkt."
Frauenärztin Beatrice Kochanek

Zu Beatrice Kochanek kommen regelmäßig Patientinnen in die Praxis und lassen sich tapen, wenn sie ihre Tage kriegen; ganz ähnlich wie bei Sportverletzungen. Die Frauenärztin klebt dann einen Streifen Tape auf den unteren Rücken und auf den unteren Bauch. Das soll die Muskulatur stützen und entspannen, sodass es gar nicht zu den Verkrampfungen kommt, die häufig Ursache für die Regelschmerzen sind. 

"Gerade kritische Frauen kommen immer wieder und wollen, dass ich das nochmal wiederhole oder ihnen eine Anleitung gebe, wie sie es auch zu Hause selbst machen können."
Frauenärztin Beatrice Kochanek

Bislang gibt es nur wenige wissenschaftliche Beweise für die positive Wirkung von Kinesiotape. Trotzdem schwören gerade viele Sportler auf die bunten Streifen. Frauenärztin Beatrice Kochanek ist auch von der Wirkung überzeugt, vorausgesetzt das Tape wird richtig aufgeklebt. Bei Regelschmerzen seien vor allem die Klebestelle und die Spannung entscheidend für die entkrampfende Wirkung. Die Frauenärztin rät deshalb bei dieser Methode, sich entweder vom Frauenarzt oder von einem Physiotherapeuten beraten zu lassen.

Kinesiotape, Frauenmanteltee und Mönchspfeffer

Um die Krämpfe zu lösen, empfiehlt Beatrice Kochanek vor allem Frauenmantel, ein Heilkraut, das als Tee aufgebrüht werden kann. Allerdings sollten Frauen davon nicht zu viel trinken, weil der Tee zu Magenschmerzen und Durchfall führen und bei manchen Frauen den Blutdruck erhöhen kann. Wie viel eine Frau verträgt, muss jede für sich selber rausfinden, sagt Beatrice Kochanek. Manche Frauen könnten ohne Probleme fünf Tassen trinken, andere nur eine.

Und bei der ein oder anderen Patientin von Beatrice Kochanek hat Mönchspfeffer, auch bekannt als Agnus Castus, geholfen. In Form von Tabletten kann er je nach Dosierung den Zyklus regulieren, weil er auf natürlichem Weg in den Hormonhaushalt eingreift und Schmerzen hemmt.

Die Nachteile dieser Methoden

Im Gegensatz zu klassischen Schmerzmitteln schafft es allerdings keine dieser drei Methoden Regelschmerzen schnell komplett auszublenden. Sinnvoll kann es sein, alle drei Methoden gleichzeitig anzuwenden - und vor allem längerfristig. Dann kann jede Frau für sich schauen, was hilft und was nicht. So verschwinden, die Regelschmerzen zwar nicht "rucki-zucki", wie Beatrice Kochanek sagt, dafür aber mit weniger Nebenwirkungen.