Mit DIY gegen die DürreBäume retten: Bewässerungssäcke selbst nähen

Der Dürremonitor Deutschland des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt: Große Teile der Bundesrepublik leiden derzeit unter "außergewöhnlicher Dürre". Das Jahr 2020 dürfte als dritter extrem trockener Sommer in Folge viele Bäume das Leben kosten. Helfen könnt ihr ihnen mit Bewässerungssäcken. Wir zeigen euch, wie ihr selbst einen basteln könnt.

Durstleidende Bäume erkennt man zuerst an einer schütteren Krone und an ausgefallenem gelben oder sich kräuselndem Laub. Um diese so wichtigen Stadtbewohner zu retten, schaffen immer mehr Städte und Gemeinden sogenannte Bewässerungssäcke an. Die werden um den Stamm der Bäume gelegt und geben ihren Inhalt im Lauf einiger Stunden frei. So erreicht das Wasser die Wurzeln, anstatt auf der trockenen Oberfläche sonst wohin abzufließen.

Bäume retten mit Bewässerungssäcken

Manche Kommunen geben die Wassersäcke sogar kostenlos an engagierte Baumpatinnen oder -paten ab, denn eine regelmäßige Baumbewässerung ist derzeit nur als Gesamtgesellschaft zu stemmen. So bilden sich vielerorts Gießgruppen – in Berlin zum Beispiel könnt ihr auf der Website giessdenkiez.de Baumpatenschaften übernehmen.

In der Netzbasteln-Ausgabe #147 erklärt Bastelreporter Moritz Metz, wie wir selbst einen Bewässerungssack für Bäume herstellen können. Das Material: TPU- beschichtetes Cordura-Nylon. Das scheint genauso wasserdicht, formstabil und robust wie die überall im Netz erhältlichen Bewässerungssäcke, an denen sich auch Moritz Schnittplan orientiert.

TPU-beschichtetes Material lässt sich mit einem Bügeleisen verschweißen. Statt den Stoff zu nähen, erhitzt Moritz ihn einfach 15 Sekunden lang und drückt ihn dann ordentlich zusammen.

Wenn der Sack fertiggeschweißt ist, müssen nur noch 50-Zentimeter-Reißverschlüsse und Gurtbänder angenäht werden. Schließlich schneidet Moritz noch Tröpfellöcher rein.

Fertig ist der Retter vor der Dürre! Jetzt stellt sich die Frage: Wie viel Wasser braucht so ein Stadtbaum überhaupt? Ihr solltet ihn ein Mal pro Woche gießen, und zwar mit ungefähr 8 bis 10 Eimern Wasser - in Hitzephasen auch öfter, erklärt Moritz.

Das Wasser kommt dabei am besten von einer Grundwasserpumpe, nicht aus der Trinkwasserleitung. Auch gesammeltes Regenwasser oder bestimmtes Brauchwasser vertragen Stadtbäume bestens.

Langsam bewässern, damit Wasser einsickern kann

Wichtig: Wer mit dem Eimer gießt, anstatt einen Wassersack zu befüllen, sollte zuerst sachte angießen, um den Boden anzufeuchten und für die weiteren Wassermengen vorzubereiten.

Moritz ist allerdings noch nicht ganz zufrieden mit seinem Werk: Nach 48 Stunden hat der DIY-Wassersack seinen Inhalt immer noch nicht ausgetröpfelt, obwohl Moritz inzwischen Dutzende kleine Löcher nachgestochen hat. Die optimale Lochgröße und -menge müsst ihr ausprobieren – Richtwert dafür: Optimal ist eine Entleerung innerhalb von fünf bis neun Stunden.