Ocean MeisterschaftRettungsschwimmen als Leistungssport
Rettungsschwimmerinnen wachen am See oder auch am Strand über die Badenden. Manche von ihnen werden auch Rettungssportlerinnen: In Warnemünde läuft die erste Internationale Deutsche Ocean Meisterschaft. Lea Kötter ist mit am Start.
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sorgt sich um unsere Sicherheit an Seen, Flüssen und Küsten. Sie bildet auch Rettungsschwimmer*innen aus. Und: Sie veranstaltet bis Samstag (18. Juli) die ersten Internationalen Deutschen Ocean Meisterschaften.
Rettungsschwimmen als Wettkampfvariante
In Warnemünde an der Ostsee nehmen etwa 270 Rettungssportler*innen an den Wettkämpfen teil. Auch Lea Kötter: Sie ist Leistungssportlerin beim DLRG Lüneburg und studiert.
"Wir haben Disziplinen am Sand, am Strand und auch im Wasser."
Im Rettungssport – als Wettkampfvariante des Rettungsschwimmens – gibt es unterschiedliche Disziplinen. Dazu gehören unter anderem:
- Board Race: Die Rettungsschwimmer*innen starten am Strand mit ihren Rettungsbrettern ins Meer, schwimmen raus und wieder zurück. Die Strecke hat insgesamt rund 600 Meter.
- Beach Sprint: Die Rettungssportler*innen sprinten am Strand eine Distanz von 90 Metern.
- Surf Ski Race: Die Rettungsschwimmer*innen starten mit ihren Rettungsskis aus knietiefem Wasser und legen eine Strecke von etwa 700 Metern zurück. Der Surf Ski ähnelt einem Kajak.
- Rettungstriathlon (Oceanwoman/Oceanman): Die Rettungssportler*innen absolvieren nacheinander das Brandungsschwimmen, das Rettungsbrett- und das Rettungsski-Rennen. Die Reihenfolge ist variabel. Es ist die Königsdisziplin.
Beim Beach Sprint konnte Lea Kötter Platz drei holen. Entscheidend ist die Platzierung im Ziel, nicht die erzielte Zeit. "Denn die Strände können unterschiedlich sein", sagt die Sportlerin.
Schwimmen, laufen, retten
Die unterschiedlichen Disziplinen machen es nötig, dass die Sportler*innen sehr vielfältig aufgestellt sind. "In der Trainingsgestaltung ist das schwierig", sagt Lea Kötter. "Aber es ist cool, weil sich jeder das raussuchen kann, was am meisten Spaß macht und was einem auch am meisten liegt."
"Ich sehe mich ganz klar als Sportlerin."
Wer in Warnemünde oder auch bei anderen Meisterschaften antritt, ist selten auch als Rettungsschwimmer*in tätig. Das ist auch bei Lea Kütter so, denn es fehle die Zeit dafür. "Es gibt einige, die das schaffen. Aber ich gehöre zu denen, die das als Leistungssport machen."
Wenn wieder mehr Zeit ist, kann sich Lea Kötter aber vorstellen, wieder als Rettungsschwimmerin tätig zu sein. In der Wasserrettung werden Menschen gesucht, die angestellt oder ehrenamtlich Badende sichern. Der Rettungssport soll auch für Aufmerksamkeit sorgen für das Rettungsschwimmen.
In Warnemünde gibt es viele Zuschauer*innen. Lea Kötter glaubt, dass solch eine Meisterschaft durchaus was bringen kann. "Ich kann mir schon vorstellen, dass der eine oder andere dann Bock bekommt, da auch mitzumachen oder reinzuschnuppern und dann vielleicht auch die Rettung zu übernehmen."
Fotohinweis: Das Foto zeigt Lea Kötter bei der Weltmeisterschaft in Australien, 2024.