Performative MalesFeministische Traumtypen oder doch nur Macker?

Performative Males wirken auf den ersten Blick wie die perfekten Traumtypen: einfühlsam, empathisch, lesen feministische Bücher, hören zu. Doch irgendwann bröckelt das Bild, und man merkt: Sie tun das eigentlich nur, um Frauen zu beeindrucken.

Performative Males geht es nicht um eine wirkliche Verbindung zu Frauen, sagt der Friseur und Content Creator Dominik Tjumen. Er sieht darin eher eine Masche: "Diese Performance dient nur dem Zweck, sich überhaupt erst Zugang zu verschaffen. Und wenn sie dann drin sind, sind sie genauso schreckliche Männer wie alle anderen auch."

Wie wir performative Männer enttarnen

Dominik Tjumen ist Content Creator und in den sozialen Medien vor allem für seine Tipps zu Haaren, Haarpflege und Styling-Hacks bekannt. Immer wieder kommentiert er jedoch auch Themen wie Macht-Dynamiken im Reality-TV oder bestimmte Männertypen – wie den performativen Mann.

Er sagt, man kann diesen Typ Mann ziemlich schnell enttarnen, beziehungsweise entzaubern – zum Beispiel mit einer Frage nach der Beziehung zur Ex. Wenn dann immer nur die Frau als crazy und verrückt dargestellt wird, sollte man skeptisch werden, meint Dominik Tjumen.

Sexistische Denkmuster und "Male Allyship"

Oder auch, wenn Männer überzeugt davon sind, selbst keine sexistischen Denkmuster zu haben. Das meint der Autor und Berater Vincent-Immanuel Herr, der sich schon lange mit dem Thema "Male Allyship" beschäftigt – also damit, dass Männer aktiv dazu beitragen, Geschlechterungerechtigkeiten zu beseitigen.“

"Ich kenne eigentlich keinen Mann, der sich ehrlich mit dem Thema "Male Allyship" beschäftigt."
Vincent-Immanuel Herr, Autor und Berater

Wie können und sollten sich Männer so reflektieren, dass sie zu echten Allies werden? Und ist das bei performativen Males überhaupt möglich? Darum geht es in dieser Folge von Eine Stunde Liebe.