Pig BusinessWas der Preis für Schweinefleisch über die Weltwirtschaft erzählt
Auf dem Schweinefleischmarkt herrscht Chaos. Was chinesische E-Autos damit zu tun haben, warum ein totes Wildschwein für Weltmarktkapriolen sorgt und wie der Schweinepreis zu einem Lehrbuchbeispiel der Ökonomie wurde – darum geht es in dieser Folge.
Schweinefleisch ist das mit Abstand am meisten konsumierte Fleisch in Deutschland. Im Durchschnitt essen die Deutschen pro Kopf jedes Jahr um die 30 Kilogramm. Aber: Auf dem Markt für Schweinefleisch geht es seit einigen Monaten drunter und drüber.
Preis für Schweinefleisch im Sinkflug
Der Preis für ein Kilo Schweinefleisch ist seit Mitte 2025 um mehr als ein Drittel eingebrochen. Für die Schweinehalter ist das ein großes Problem, denn die Preise seien so nicht mehr kostendeckend, sagt ein Schweinehalter aus Ostwestfalen.
"Das rechnet sich nicht. Das ist ja der Irrsinn. Meine Kosten liegen selbst ohne meine Arbeitszeit und die Stallinvestitionen bei etwa 1,60 Euro pro Kilo. Ich bekomme aber nur 1,45 Euro."
Ein zentrales Problem: Wichtige Exportmärkte für europäisches Schweinefleisch sind teilweise weggebrochen.
"Wenn wichtige Exportmärkte für europäische Erzeuger wegbrechen, kann das schnell zu einem Überangebot führen – und damit zu sinkenden Preisen."
Als Reaktion auf EU-Zölle gegen chinesische E-Auto-Hersteller erhob China im vergangenen Jahr Sonderzölle auf europäisches Schweinefleisch. Gleichzeitig sorgt der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Katalonien Ende 2025 dafür, dass China und 19 weitere Länder ihre Importe aus Spanien stoppen. Das trifft den Markt besonders hart: Spanien ist der größte Schweinefleischproduzent der EU.
Der Schweinezyklus – ein Klassiker der Ökonomie
Hinzukommt ein strukturelles Problem: Schweinehalter können ihre Produktion nur sehr verzögert an veränderte Marktbedingungen anpassen. Von der Belegung der Ställe bis zur Schlachtung vergehen Monate. Dieses Phänomen ist als Schweinezyklus bekannt – und längst Stoff für volkswirtschaftliche Lehrbücher. Der Schweinezyklus zeigt, warum Angebot und Nachfrage auf manchen Märkten nicht automatisch ins Gleichgewicht finden – zum Beispiel auch auf dem Arbeitsmarkt.