Plastik per Post"Einkauf Aktuell" abbestellen, Plastikmüll einsparen

Die Deutsche Post lässt den Werbeprospekt "Einkauf Aktuell" produzieren und liefert ihn an 20,7 Millionen Haushalte aus. Dadurch entstehen große Mengen an Papier- und Plastikmüll. Der Verein "Letzte Werbung" möchte dagegen vorgehen. Über eine Webseite haben Verbraucher die Möglichkeit, die Gratiswerbung abzubestellen.

Der Verein "Letzte Werbung“ geht schon länger gegen Werbesendungen vor – zum Beispiel, indem er Aufkleber mit der Aufschrift "Keine Werbung“ versendet. Das Werbeprospekt ist zudem in Plastikmüll eingeschweißt – gegen diesen Plastikmüll gehen die Macher des Vereins mit ihrer Webseite Plastikpost.de vor. Hier können wir unseren Namen und unsere Anschrift angeben. Aus dem Online-Formular macht dann der Vereine eine Widerspruchserklärung gegen "Einkauf Aktuell" und übermittelt diese dann an die Deutsche Post weiter.

"Die Post verfährt dabei eben nach dem Prinzip: Wer nicht explizit 'nein' sagt, wird beliefert."
Katja Scherer, Deutschlandfunk Nova

Die Deutsche Post hat alle 35.000 Widersprüche gegen Einkauf Aktuell, die die Initiative bisher gesammelt hat, erst einmal zurückgewiesen. Die Begründung der Deutschen Post: Dem Verein fehle die Beauftragung durch die Verbraucher, daher seien die Widersprüche ungültig. Einzelne Empfänger über Namenslisten von der Zustellung auszunehmen, insbesondere, wenn es um unadressierte Sendungen wie "Einkauf Aktuell" geht, das sei nicht möglich, sagt der Sprecher der Deutschen Post Alexander Edenhofer. Die Deutsche Post sagt somit also, dass sie die Widersprüche, wie sie bei Plastikpost eingereicht werden, nicht berücksichtigen kann.

Verein will Klagen finanzieren

Die Initiatoren der Kampagne sehen sich im Recht: Sie stützen sich auf ein Gerichtsurteil von 2011. Damals hatte ein Rechtsanwalt gegen die Gratiswerbung geklagt und vor dem Landgericht Lüneburg Recht bekommen. Der Verein ist entschlossen und will zehn Klagen in zehn Regionen Deutschlands finanzieren. Wenn es sein muss, wollen die Gegner vor Gratiswerbung bis vor den Bundesgerichtshof gehen. Dadurch wollen sie rechtlich ein Exempel statuieren.

"Das ist ein Richterspruch, auf den wir uns berufen, und danach sollte sich die Post auch richten. Falls sie es nicht tun, sind wir bereit, auch den rechtlichen Schritt zu gehen und dort einige Fälle vor Gericht, auch bis zum Bundesgerichtshof, mitzuvertreten."
Sebastian Sielmann, Verein Letzte Werbung

Zurzeit ist es noch so, dass die Deutsche Post jährlich ungefragt eine Milliarde Werbungen und Plastiktüten in deutsche Briefkästen steckt. Das erklärte Ziel der Organisatoren hinter "Letzte Werbung" ist es, das System umzukehren. Dass nur diejenigen Werbung erhalten, die explizit auch sagen, dass sie das möchten. Langfristig wünschen sich die Initiatoren eine Gesetzesänderung, nach der die Post nur dann Werbung verteilen darf, wenn sie explizit danach gefragt wird.