PsychedelikaKönnen LSD, MDMA oder Cannabis psychisch Kranken helfen?

Psychoaktive Drogen wirken auf unser Gehirn. Die Medizin will diese Prozesse nutzen, um psychische Krankheiten zu behandeln. Der Psychiater Stefan Röpke spricht in seinem Vortrag über die aktuelle Studienlage.

LSD, MDMA oder Cannabis: Psychoaktive Drogen verändern die Wahrnehmung und die Emotionen – und sie verändern die Plastizität im Gehirn, also die Art und Weise, wie sich das zentrale Nervensystem an neue Anforderungen anpasst.

Der Psychiater Stefan Röpke erklärt in seinem Vortrag, wie die Medizin diese Effekte nutzen will, um psychische Krankheiten zu behandeln – zum Beispiel, um im Gehirn Lernfenster zu erhöhen, in denen sich Netzwerke besonders gut verändern.

"Ein Ansatz ist: Sie nehmen eine psychoaktive Substanz und erhöhen damit im Gehirn Lernfenster, in denen sich Netzwerke besonders gut verändern. Und in diesem Fenster machen sie dann eine Psychotherapie."
Stefan Röpke, Psychiater

Aktuell gibt es viele Studien, die untersuchen, ob bestimmte psychoaktive Drogen bei psychischen Krankheiten helfen, sagt Stefan Röpke. "Es gibt Studien zu Angsterkrankungen, zur Posttraumatischen Belastungsstörung, zu psychotischen Störungen, Depressionen, Opiatabhängigkeit, Tourette-Syndrom, Schlafstörungen und auch bei Autismus-Syndrom", so der Psychiater.

Placebo-Effekt bei psychoaktiven Substanzen

Ein Problem ist jedoch, dass neue Arzneimittel eigentlich in sogenannten Doppelblindstudien getestet werden. Das heißt, die eine Hälfte der Testpersonen bekommt das neue Medikament und die andere ein Placebo. Weder Arzt noch Patient wissen dabei, ob es sich um das echte Medikament handelt oder nicht. So will man ausschließlich die Wirkung des Medikaments messen – ohne den Placebo-Effekt.

Bei psychoaktiven Mitteln merkt man jedoch sehr deutlich, ob man das Medikament oder ein Placebo bekommen hat, sagt Stefan Röpke. Es sei also schwer herauszufinden, wieviel bei der gemessenen Wirkung tatsächlich von dem Medikament kommt.

"Sie werden merken, dass Sie diese Substanz nehmen. Und es ist eine große Frage, wie viel von dem, was jetzt als Wirkung verkauft wird, eigentlich Placeboeffekt ist."
Stefan Röpke, Psychiater

Stefan Röpke ist Chefarzt für Psychiatrie und Psychotherapie an den Oberberg Kliniken Berlin-Brandenburg. Außerdem ist er Traumaforscher an der Charité Berlin.

Sein Vortrag heißt "Aktuelle Forschungsergebnisse: Sind Psychedelika und Cannabinoide wirksam bei der Behandlung psychischer Erkrankungen?" Gehalten hat er ihn am am 28.05.2026 im Rahmen der Ringvorlesung "Psychische Gesundheit im Fokus – zwischen Forschung, Praxis und gesellschaftlichen Herausforderungen" an der Freien Universität Berlin.

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