Salomé Balthus"Jede Frau hat das Recht, mit ihrer Sexualität Geld zu verdienen"

Sex als Ware, Körper als Dienstleistung? Ihre Realität sieht für die Prostituierte Salomé Balthus anders aus. Sie sagt: Meine Ware ist eine gute Zeit – für alle Beteiligten.

Salomé Balthus arbeitet als Prostituierte – aus Überzeugung. Sie hat 2016 mit Hetaera ihre eigene Agentur für Luxus-Escorts gegründet. Die Preise für deren Dienste fangen bei etwa 1000,- Euro an. Im Unterschied zu anderen Agenturen nimmt Salomé Balthus keine Provision.

Üblich in der Branche sind durchaus bis zu 40 Prozent, erzählt sie. In ihrer – so wörtlich – "Escort-Kolchose", arbeiteten die Frauen selbstbestimmt, betont Salomé Balthus. Keine von ihnen befinde sich in einer Notlage.

"Ich finde, jede Frau hat das Recht, mit ihrer Sexualität Geld zu verdienen. Aber nur sie allein."
Salomé Balthus, Escort, Betreiberin von hetaera.de und Autorin

Die Ware, die dort vermittelt werde, sei eigentlich Zeit, also Dates mit der Option auf Erotik und Sex. Als Zielgruppe des Portals bezeichnet Salomé Balthus überdurchschnittlich gebildete Männer.

Escort: Freiheit für beide

Grundsätzlich würden sich Männer im Bett mehr anstrengen, wenn sie Geld bezahlen. Aber auch Frauen und Paare buchen dort Dates. Im Idealfall entstehe auf beiden Seiten ein schönes Freiheitsgefühl.

"Ehrlich gesagt kommt es in den allermeisten Fällen zum Sex – weil wir den Job auch machen, weil wir ihn gern mögen."
Salomé Balthus, Escort, Betreiberin von hetaera.de und Autorin

Mit manchen ihrer Kunden pflege sie über Jahre Beziehungen, sie seien wie Liebhaber. Ihr gegenüber zeigten die Männer nur die Seite der ausgelassenen und unbefangenen Erotik. Sie begegneten sich völlig unbelastet.

"Oft zeigen sich die Menschen dann so, wie sie vielleicht immer schon gerne gewesen wären, aber es ihnen eben nicht möglich ist, weil sie zu viele Fehler gemacht haben. Diese Fehler existieren bei mir eben nicht."
Salomé Balthus, Escort, Betreiberin von hetaera.de und Autorin

Im Gespräch mit Deutschlandfunk-Nova-Moderator Sebastian Sonntag erklärt Salomé Balthus außerdem, warum sie mit dem Begriff "Highclass" im Zusammenhang mit ihrem Portal nichts anfangen kann, ihn aber trotzdem braucht. Ihr erfahrt außerdem, warum sie von Beziehungsmodellen wenig und von Liebe und Loyalität ausgesprochen viel hält.