SchlafapnoeWas hinter nächtlichen Atemaussetzern steckt
Kopfschmerzen am Morgen, dazu ein trockener Mund und das Gefühl, überhaupt nicht erholt zu sein: Wer unter Schlafapnoe leidet, spürt zwar die Folgen, kennt aber nur selten den Grund. Dabei ist die Schlafstörung verbreitet.
Schlafapnoe bedeutet, dass die Atmung von Betroffenen in der Nacht immer wieder fast komplett aussetzt. Der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt dadurch ab.
Entspannung im Schlaf führt dazu, dass die Muskelspannung auch im Bereich von Hals und Rachen sinkt. Die oberen Atemwege fallen immer wieder in sich zusammen. Die Atemaussetzer entstehen dann, wenn die Luft nicht eingeatmet werden kann, weil die Wege nicht frei sind. Das passiert in der Regel im Bereich hinter dem weichen Gaumen, wo das Zäpfchen hängt, und hinter der Zunge, erklärt Schlafforscherin Christine Blume.
"Bei der Schlafapnoe kann dieser Luftweg enger werden oder sogar in sich zusammenfallen – dann verengt oder verschließt sich der Weg, den die Luft beim Einatmen nehmen muss."
Als Folge setzt dann die Atmung aus. Für den Körper bedeutet das Stress: Er gerät in eine Art Alarmzustand, wenn der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt, der Kohlensäuregehalt steigt und die Atmung ausbleibt.
Unerwünscht geweckt
Es kommt dann zu einer Weckreaktion, die Muskelspannung steigt wieder und die Atemwege gehen auf. Das kann passieren, ohne dass sich Betroffene daran am nächsten Tag erinnern. Teilweise wachen sie aber auch vollständig auf.
Viele Betroffene schlafen schlechter. Außerdem kann es sein, dass sie tagsüber sehr müde, unkonzentriert und leicht reizbar sind. Manchmal passiert es auch, dass sie ungewollt einfach einschlafen – zum Beispiel in langweiligen Meetings oder wenn sie mit dem Bus von der Arbeit nach Hause fahren.
Schlafapnoe gilt als "stille Volkskrankheit", denn viele Menschen sind betroffen.
"Eine großangelegte Studie hat im Jahr 2019 geschätzt, dass in Deutschland 60 Prozent der Menschen zwischen 30 und 69 Jahren mindestens eine leichte Schlafapnoe haben."
Ein Drittel der Bevölkerung, so die Schätzung, habe so viele Atemaussetzer, dass sie eine mittelschwere oder schwere Apnoe haben, berichtet Christine Blume.
Das sind große Zahlen – deshalb gibt es auch Forschende, die sagen, dass die Kriterien für eine Diagnose möglicherweise angepasst werden müssten. Es könne sein, dass etwas zur Krankheit erklärt werde, das keine ist.
Wichtig sei, sich beispielsweise anzuschauen, wie hoch das Risiko für Folgeerkrankungen ist, betont Christine Blume. Erst ab einer mittelgradigen Apnoe steige nämlich der Zusammenhang mit Diabetes, Bluthochdruck und anderen Erkrankungen.
In dieser Folge Über Schlafen sprechen Ilka Knigge und Schlafforscherin Christine Blume darüber, wer die Risikogruppen sind und wie eine Schlafapnoe behandelt wird.
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