Nickerchen nebenbeiSchlafen wie die Wildgänse

Vögel können das: fliegen und gleichzeitig schlafen. Wie cool, wenn wir auch so nebenbei schlafen könnten. Konnten wir vielleicht auch - früher zumindest. Sagt ein Schlafforscher.

Wir kennen das: Wir müssen wach sein, sind aber eigentlich hundemüde. Wobei der Hund jetzt ausgerechnet kein so gutes Beispiel ist. Wenn er schläft, dann schläft er nämlich und sonst nichts. Es gibt aber Tiere, die haben da Besseres drauf: Elefanten etwa kommen mit rund fünf Stunden Schlaf täglich aus, die Kuh mit nur vier.

Und noch besser weil effektiver machen es die Zugvögel: Sie können fliegen, während sie schlafen - genau genommen schläft allerdings nur eine ihrer Gehirnhälften, während die andere die Arbeit übernimmt. Wildgänse können das oder Mauersegler. Und sie tun das auf ihren weiten Reisen stundenlang.

"We were very interested in studying birds, because they exhibit two types of sleep, very much like you and other mammals experience."
Niels Rattenborg vom Max-Planck-Institut für Ornithologie

Niels Rattenborg und seine Forschungsgruppe Vogelschlaf haben herausgefunden, dass es etwa unter den Schnepfenvögeln welche gibt, die fast ganz ohne Schlaf auskommen können, und das über einen sehr langen Zeitraum: "Some males can go for many days with very few sleep. In some extreme case they can be awake in 95 % of the time for 19 days."

Schlafen - oder der Schlaf kommt über uns

"Wir müssen schlafen, um zu funktionieren. Wenn wir Nächte durchfeiern, schlafen wir in unmöglichen Situationen ein."
Thomas Penzel vom Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrum an der Charité Berlin

Während wir schon in den Seilen hängen, sobald wir nur eine Nacht lang nicht richtig schlafen, funktionieren viele Tiere da ganz normal. Wir brauchen den Schlaf zur Regeneration. Schlafen wir nicht, kommt der Schlaf über uns - egal, was wir gerade machen.

Allerdings hatten womöglich auch wir Menschen in früheren Zeiten einmal die Fähigkeit, nur Teile unseres Gehirns schlafen zu lassen - andere blieben wach. Das hält jedenfalls der Schlafforscher Thomas Penzel vom Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrum an der Charité Berlin nicht für unmöglich.

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