BürgergeldSteuern sind supergeil!

Steuern haben ein ziemlich schlechtes Image. Das muss man doch ändern können. Zum Beispiel mit professioneller Hilfe von der Werbeagentur. Ein knackiger Slogan, dazu ein guter Song, schon zahlen die Bürger freudestrahlend. Mit einem "Steuern sind supergeil" ist es allerdings noch lange nicht getan.

593 Milliarden Euro hat der Staat voriges Jahr an Steuern kassiert. Eine ordentliche Summe, kein Grund zur Klage. Das Problem ist aber, dass kaum eine der Milliarden wirklich freiwillig gezahlt worden ist. Das wollen wir mit den Tricks der Werbung ändern. Formulieren wir doch mal einen Auftrag an unsere Marketingagentur.

  • Ausgangssituation: Steuern sind doof, die zahlt niemand gerne freiwillig
  • Ziel: Steuern sind cool, da zahlen wir gerne, haben Spaß daran und wenn's mal ein wenig mehr wird, ist das auch nicht so schlimm

Tobias Hofmann ist Geschäftsführer seiner eigenen Werbeagentur in Köln und zahlt selbst nicht so gerne Steuern. Aber das bekommen wir schon hin.

Ganz persönliche Steuern für alle

Fangen wir beim Namen an. Steuer. Das klingt nicht gerade nach "Ja, da mache ich gerne mit". Wie wäre es statt dessen mit "Bürgergeld"? Das klingt gleich viel besser, meint Tobias Hoffmann: "Das Geld kommt von den Bürgern und fließt tunlichst wieder an die zurück." Da hat jeder etwas von: "Deine Steuern für meine Straße ohne Schlaglöcher sozusagen." Oder: "Diesen Kindergarten hat Sven Preger möglich gemacht."

**** DIR GEHÖRT DIE WELT - ZAHL BÜRGERGELD! ****

"Gar nicht schlecht! 'Welt' ist vielleicht etwas zu abstrakt, aber ich finde, das ist schon ein ganz guter Ansatz."
Tobias Hofmann, Werbespezialist

Machen wir es direkter: Sven Preger kennen auch nicht alle, mit der Straße ohne Schlaglöcher in Aachen kann der Autofahrer in Nürnberg nicht viel anfangen. Das ist alles noch zu weit weg. Wir brauchen also Vorbilder, ein Testimonial, mit dem wir uns identifizieren können und das glaubwürdig sagt: "Wir haben diese Straße alle gemeinsam repariert!" Kurzes Brainstorming in der Werbeagentur mit Tobias Hofmann, dann ist unser Vorbild gefunden: Fußball-Weltmeister Philipp Lahm.

Fertig. Jetzt müssen noch ein paar bunte Plakate und Filme produziert werden. Damit kann das positive Image für die Steuern, pardon, das Bürgergeld kommen. Oder?

"Ich weiß nicht, ob man jemals ein positives Image von Steuern hinbekommt. Es muss ja jeder etwas abgeben."
Tobias Hofmann, Werbespezialist