Outdoor-SkillsTipps vom Outdoor-Profi: Richtig in der Natur aufs Klo gehen

Egal, ob beim Spaziergang, bei der Wanderung oder beim Outdoor-Trip. Wenn wir in der Natur unterwegs sind, gibt es nicht immer eine Toilette. Ein Outdoor-Profi verrät, worauf wir achten sollten, wenn wir trotzdem müssen.

Tino Rischawy ist seit 14 Jahren Weltreisender, seit zwei Jahren wohnt er in einem Van – ohne ein fest verbautes Klo. Er nutzt stattdessen ein selbst gebasteltes Klogestell, in das er einen kompostierbaren Beutel einspannt.

Diese Tüte befüllt er entweder mit Katzenstreu, Küchenpapier oder Sägespäne. Außerhalb seines Vans funktioniert dieses System allerdings nicht. "Das Gestell ist zum Mitnehmen zu groß. Es wäre außerdem ziemlich auffällig", sagt der Weltreisende.

"Ich springe einfach hinter den nächsten Busch und buddele ein Loch, das ich anschließend mit Erde bedecke."
Tino Rischawy, Weltreisender seit 2008

Wenn der Van nicht in der Nähe ist, geht er hinter den nächsten Busch und buddelt dort ein Loch. Nach dem Toilettengang bedeckt er es mit ausreichend Erde und Sand.

Immer einen Beutel dabeihaben

Um zu vermeiden, dass andere Menschen die Hinterlassenschaften riechen oder hineintreten, rät der Outdoor-Profi, lieber ein paar Hundert Meter weiter in den Wald zu gehen.

Abfall wie Taschentücher versucht er zu vermeiden, weil sie sehr lange brauchen, bis sie verfallen sind. Stattdessen verwendet er Recycling-Toilettenpapier – oder er nimmt die Tücher mit und entsorgt sie im Müll.

Wer draußen unterwegs ist, sollte daher immer einen Beutel dabeihaben. Dass viele Leute ihren Abfall in der Natur liegen lassen, sieht der Weltreisende Tino Rischawy als Problem an. Vor allem im Sommer sei es ein Problem, wenn es über längere Zeit nicht regnet. Dann könnte es schon mal nach Urin und Kot riechen, sagt er.

4 Regeln fürs Kacken in der Natur

Tobias Hipp ist Naturschutzexperte beim Deutschen Alpenverein und erklärt, dass so eine menschliche Hinterlassenschaft in niedrigen Lagen bei warmen Temperaturen bis zu einem Monat braucht, um zu verrotten. In höheren Lagen um die 3000 Meter kann es sogar Jahre dauern. Deswegen: Immer die Infrastruktur vorm Start am Parkplatz oder auf der Hütte nutzen und möglichst nicht in der Natur sich seiner Notdurft entledigen.
"Alles, was wir einbringen in die Natur, sei es unser Kot, ist eine Hinterlassenschaft, die eine Auswirkung auf die Natur hat.
Tobias Hipp vom Deutscher Alpenverein

Wenn es denn gar nicht anders geht, sollten wir diese Regeln beachten:

  1. In niedrigen Lagen im Wald den Kot vergraben.
  2. Klopapier nicht zurücklassen, sondern einpacken und mit nach Hause nehmen.
  3. Nie auf Weidenflächen kacken, weil das die Tiere aufnhemen. Menschliche Erreger können für sie zum Problem werden.
  4. Nicht direkt neben Flüssen oder Seen sich entledigen, weil das durch den Regen direkt ins Wasser gespült werden kann, wo Tiere es aufnehmen.