Tschilp, tschilp, tschilpVögel beobachten und Stress abbauen

Es ist wärmer und sonniger, die Vögel singen um die Wette und flitzen von Ast zu Ast. Sie zu beobachten kann uns helfen, zu entspannen. Aber wie gelingt uns das, auch wenn wir keine Vogelexperten sind? Eine Biologin gibt Tipps.

Die Natur hat auf uns Menschen eine besondere Wirkung. Wir können runterfahren, Stress abbauen und unsere Laune verbessert sich direkt. Was ebenfalls dazu beiträgt: Vögel beobachten. Das ist eine richtig gute Entspannungsübung, erklärt die Biologin Angelika Nelson. Sie arbeitet beim Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern in der Ornithologie und sagt: Vögel bei ihren Tätigkeiten zu beobachten, hilft uns, aus unseren Gedanken herauszukommen, weil wir unsere Aufmerksamkeit nach außen lenken.

Eintauchen in die Vogelwelt

"Es ist gut, den Vögeln zuzuschauen und sich zu überlegen: 'Was machen sie? Warum bewegen sie sich so? Warum verhalten sie sich so? Wie singen sie?'" Diese Naturbeobachtung kann nachweislich Stresshormone senken, sagt Angelika Nelson. Auch ihr Gesang wirke sich sehr positiv auf uns aus. "Das sind alles Dinge, die uns faszinieren, uns aus unserem Alltag herausholen und in denen wir zur Ruhe kommen", so die Biologin.

"Bei der Vogelbeobachtung muss man selbst sehr ruhig sein, weil die Vögel sonst schnell wegfliegen und wir sie nicht mehr beobachten können."
Angelika Nelson, Biologin und Vogelbeobachterin

Und dafür müssen wir uns nicht einmal besonders gut mit diesen Tieren auskennen oder genau wissen, welche Vogelart wir gerade in ihrem Lebensalltag beobachten. Hilfreich sei zunächst, überhaupt in diese Beobachtung zu kommen.

Wir lernen mit der Zeit dazu

Das Fachwissen komme der Biologin zufolge oft nach und nach automatisch. "Wenn man die Vögel eine Zeit lang beobachtet hat, möchte man natürlich wissen: Was ist das für ein kleiner schwarzer Vogel mit dem gelben Schnabel? Und da kommt ein anderer schwarzer Vogel, der hat keinen gelben Schnabel – gibt es da Unterschiede?", so Angelika Nelson. Hilfreich seien dann auch spezielle Vogelbestimmungsbücher oder Apps.

Vögel an jeder Ecke

Der Vorteil ist auch: Wir müssen nicht in spezielle Naturschutzgebiete fahren, um Vögel zu beobachten, denn es gibt sie überall. Und jedem Vogel kann man dabei zuschauen, was er so macht, sagt die Biologin.

"Einfach aus dem Fenster schauen – und wenn man Glück hat, fliegt vielleicht ein Spatz oder auch eine Taube vorbei."
Angelika Nelson, Biologin und Vogelbeobachterin

"Schön ist es natürlich, wenn man ein bisschen ins Grüne kommt. Aber selbst wenn da Bäume an einer Straße stehen, kann man da gerne mal hinhören", sagt Angelika Nelson. Denn meist hören wir erst den Gesang der Vögel, bevor wir sie überhaupt sehen.