VaginismusVom Schmerz zur Superpower
Ein Tampon, ein Finger, ein Penis – bei Vaginismus schmerzt alles extrem, was in die Vagina eingeführt wird. Elisa wusste nicht, was sie hat. Das hat ihr Angst gemacht. Inzwischen konnte sie diese Angst aber in ihre geheime Superpower verwandeln.
Als Elisa zum ersten Mal ihre Periode hat und einen Tampon benutzen will, hat sie beim Einführen sehr starke Schmerzen. Wenn ihre Frauenärztin sie untersucht, ist das auch so.
Der Körper macht dicht
Was Elisa damals noch nicht wusste: Sie hat Vaginismus. Das bedeutet: Die Muskeln im Bereich der Vagina verkrampfen sich unkontrolliert. Deswegen hat sich auch Sex für sie nicht so angefühlt, wie sie sich das mal vorgestellt hat.
"Mir wurde ein erstes Mal versprochen, das vielleicht ein bisschen wehtut. Aber es hat leider nicht nur ein bisschen wehgetan, es hat sehr wehgetan."
Elisa hat sich von ihrer Frauenärztin nicht verstanden gefühlt – und hat selbst nicht verstanden, warum penetrativer Sex oder Tampons ihr so weh tun. Deswegen hat sie in dieser Zeit Ängste entwickelt.
Die Sorge, nicht schwanger zu werden
Sie hatte auch die Sorge, dass sie nicht schwanger werden und keine Kinder auf die Welt bringen kann.
Mittlerweile ist Elisa aber Mutter. Und: Mit Mitte 20 hat sie die Diagnose "Vaginismus" erhalten.
"Meine größte Angst war, dass mein Freund mich verlässt, weil ich quasi keinen penetrativen Geschlechtsverkehr bieten kann."
Das alles war ein langer Weg, bei dem sie ihr Mann sehr verständnisvoll und einfühlsam begleitet hat, sagt Elisa.
"Er hat sich auch informiert, was könnte nicht stimmen. Er hat mich nie zu irgendetwas gedrängt, nie etwas eingefordert oder überlegt, Schluss zu machen. Das hat er mir ganz oft gesagt, weil ich deswegen auch viel geweint und ihm gesagt habe: Wenn du willst, mach Schluss oder such dir andere Frauen, weil ich das nicht kann. Aber das war für ihn nie ein Thema", erzählt sie.
Vaginismus als geheime Superpower
Mittlerweile spricht Elisa sogar davon, dass ihr Vaginismus ihre geheime Superpower ist – und zwar, weil ihr Sexleben dadurch vielfältiger geworden ist, sagt sie.
Wie genau sie das meint, warum ihr wichtig ist, darüber offen zu sprechen und wie weit Vaginismus verbreitet ist, darum geht es in dieser Eine Stunde Liebe.