Wetter(K)ein ganz gewöhnlicher Sommer

Erst war der Sommer zu trocken, dann folgten ungewöhnlich viele Gewitter, Starkregen und Überschwemmungen. Außergewöhnlich waren auch eine große Hitzewelle und tagelange Schwüle mit nahezu tropischen Verhältnissen sowie ein Tornado im Taunus. Kurz vor Ende des kalendarischen Sommers, fragen wir uns: Sind das schon die Folgen des Klimawandels?

Gute und schlechte Seiten habe der Sommer 2014 gehabt, aber in vielen Bereichen war es ein ganz normaler Sommer, so Paul Becker, Vize-Präsident des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach.

"Wir hatten einen warmen Juni mit zum Teil Rekordtemperaturen, dann kam der Juli, auch relativ warm, aber in diesem Juli eingelagert, waren zum Teil sehr sehr heftige Gewitter. Und dann kam der August, der leider Gottes etwas kühl war"
Paul Becker, Vize-Präsident des Deutschen Wetterdienstes

Zwar mag es sich anders angefühlt haben, doch der diesjährige Sommer war im Vergleich mit der Klimaperiode der Jahre 1961 bis 1990 um circa 0,8 Grad Celsius wärmer. Für den Menschen sind so geringe Unterschiede allerdings kaum wahrnehmbar. Das gilt auch für die rund 15 Prozent mehr Niederschlag, die der Sommer im Mittel hatte.

Auf unser Sommergefühl, das hauptsächlich von Ereignissen beeinflusst wird, die wir an bestimmten Orten erleben, dürfte das nicht allzu großen Einfluss gehabt haben. Wer an der Nordsee baden war, hat die schweren Gewitter im Westen nicht erlebt.

Übliche Schwankungen oder Zeichen des Klimawandels?

Aus einem einzelnen Jahr lassen sich über große Klimaveränderungen keine Aussagen treffen, dafür bräuchte es mindestens 30 Jahre, so Becker. Selbst wenn nacheinander zehn kalte Sommer folgen, könne man daraus nicht viel ableiten. Als relativ sicher gilt nur: Die Zahl der Extremereignisse wird zunehmen, insbesondere die, die mit dem Tief Mitteleuropa verbunden sind - eine meteorologische Situation, bei der das Zentrum direkt über Mitteleuropa liegt:

"So ein Tief schafft auf seiner Vorderseite ganz warme und feuchte Luft heran. Es zapft quasi die Witterung über dem Mittelmeer ab und schiebt sie dann nach Norden. Wir haben dann in Deutschland eine warme feuchte Suppe, in der sehr viele Gewitter entstehen können."
Paul Becker, Vize-Präsident des Deutschen Wetterdienstes
Der Sommer 2014 war außergewöhnlich heftig. Sind das schon die Folgen des Klimawandels?