Herbst-VibesSelfcare für die dunklere Jahreszeit
Die Tage werden kürzer, draußen wird es kälter - der Herbst ist die perfekte Zeit, um wieder ein bisschen mehr runterzukommen. Damit wir zwischen Me-Time und Kerzenschein aber nicht total den Fokus verlieren, ein paar Tipps.
Sich zurückziehen, weniger ausgehen, Tee trinken und Filme gucken: Der Herbst hat seine gemütlichen Seiten. Wenn es draußen schüttet, ist es drinnen umso kuscheliger. Viele haben dann das Bedürfnis, diesem Cosy-Vibe nachzugehen. Sie zelebrieren ihre Selfcare und fokussieren sich wieder mehr auf sich selbst.
"Dinge, die uns gut tun - dass wir rausgehen, uns bewegen und sowas - das ist tatsächlich für viele Menschen im Winter ein bisschen schwieriger."
Unser Körper ist dann eher auf Ruhe und Rückzug eingestellt. Und das ist völlig in Ordnung. Wir müssen nicht das ganze Jahr über auf Hochtouren laufen, so der Psychiater und Psychotherapeut Bastian Willenborg. Einen Gang runterschalten sei sinnvoll: "Ich finde es unpassend zu sagen, ich muss zu jeder Zeit das Gleiche leisten."
"Ich glaube, wichtig ist, mehr Ruhe zu akzeptieren, aber gleichzeitig zu wissen: Okay, ich brauche einige Dinge wie Lichtbewegung, Kontakte, Tagesstruktur."
Es im Herbst ruhig langsamer angehen zu lassen, ist also ganz normal. Aber: "Man muss schon aufpassen, dass man den Motor nicht ausstellt", sagt der Experte.
Denn die dunklere Jahreszeit kann uns auch müde, antriebslos oder sogar melancholisch machen. Das hängt mit dem fehlenden Sonnenlicht und dem Melatoninstoffwechsel zusammen, erklärt Willenborg.
Aktivitäten im Herbst planen
Wer dazu tendiert, sich zu stark zu isolieren und nur noch mit seinem Puzzle zuhause sitzt, dem rät der Psychiater zu geplanten, regelmäßigen Ausgehroutinen. "Es gibt so eine Therapieform, die heißt Behavioural Activation", sagt er. Dabei geht es darum, nicht zu sehr in Lethargie zu verfallen, sondern ganz bewusst Aktivitäten zu planen.
"Wenn du weißt, sobald die Sonne draußen ist, gehe ich ein bisschen spazieren und ich achte darauf, dass ich Kontakt mit Menschen pflege, die mir wichtig sind, dann hat man eigentlich schon viel gemacht."
Sich das bewusst zu machen, ist vor allem für diejenigen wichtig, die sich im Herbst zu sehr einigeln. Denn es gibt Menschen, so der Psychiater, die haben im Herbst und Winter ein erhöhtes Risiko, depressiv zu werden, eben weil Licht fehlt.
Wenn Trübsal zur Depression wird
Eine Depression, so der Psychiater, ist mehr als nur eine gedrückte Stimmung. Eine Depression hält über Wochen an und es gibt drei Kriterien, die ein Anzeichen dafür sind:
- du hast kaum Energie
- du erlebst keine Freude mehr an Dingen, die dir eigentlich Freude machen
- du bist trübselig und nicht gut gelaunt
Wer solche Anzeichen bei sich bemerkt, der sollte tatsächlich zum Arzt gehen und sich Hilfe holen. Denn aus einer Depression ist es kaum möglich, alleine herauszufinden.
Momente bewusst genießen
Und noch einen Tipp hat Bastian Willenborg, und zwar für diejenigen, die im Herbst eine ganze Liste von hyggeligen To-dos abarbeiten wollen: Den Spaziergang im Wald, den Pumpkin Spice Latte, das Keksebacken... Wir sollten bei all den schönen Dingen, die man im Herbst zu kann, nicht vergessen, dass man nichts davon tun muss.
"Das Ziel von Selfcare soll ja sein, dass es dich entlastet."
Schöne Herbsttage bewusst zu genießen, das habe einen guten Effekt auf uns. Dass wir uns etwas Gutes tun, dürfe aber nicht zum "inneren Antreiber" werden. Und dann darf es auch mal nur ein schnöder Filterkaffee statt des fancy Latte sein. Oder "ich setze mich irgendwie aufs Sofa und tue einen Teebeutel ins Wasser, und dann ist schon gut!"
Hier findest du Hilfe
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