Das perfekte Buch für den Moment…wenn dir die Mona Lisa zu weit weg wohnt

Ein Museumsdirektor zerstört mit einem Faustschlag ein Millionen-Gemälde und sieht sich mit seinem Karriere-Ende konfrontiert. Wenig später verwickelt ihn eine Studentin in ihr Projekt. Darin geht es um gestohlene Kunst - um "befreite Kunst", wie sie sagt. Ohne es zu merken, wird der Museumsdirektor Teil des Spiels.

Jelmer Verhooff starrt auf seine Faust. Sie hat eine Leinwand durchstoßen. Und diese Leinwand hängt jetzt wie ein Armreif um sein Handgelenk. Jelmer Verhooff ist Museumsdirektor und in diesem Moment völlig erstarrt. Er weiß: Das wird sein Karriereende bedeuten.

"Duell": Studentin verwickelt Museumsdirektor in ihr Spiel

Das Museum von Jelmer Verhooff muss saniert werden. Die letzte große Ausstellung heißt "Duell" - genauso wie der Titel des Buches von Autor Joost Zwagerman. Sein Protagonist wird im Verlauf der Novelle in ein zunächst undurchsichtiges Spiel verwickelt. Eine Studentin macht ihn zum Teil ihres Projekts - und Jelmer Verhooff merkt es nicht.

Kunstfälschung im großen Stil

Emma Duiker ist eine von 20 Studenten und Studentinnen, die vom Museum vor der Schließung die Gelegenheit bekommen, sich in den leergeräumten Hallen noch einmal richtig auszutoben. Die meisten bauen irgendwelche Installationen. Emma ist die einzige, die malt.

"Das Bild 'Untitled No. 18' von Mark Rothko wird unter strengen Sicherheitsauflagen für Emma aus dem Depot geholt. Sie malt es."
Lydia Herms, Deutschlandfunk Nova

Erst später fällt dem Museumsdirektor auf, dass mit dem Bild etwas nicht stimmt. Er spricht die Studentin Emma darauf an - und sie bestreitet nichts. Noch drei weitere Kopien holt sie hervor - alle täuschend echt gemalt - und sie erklärt, dass es insgesamt zwanzig werden sollen. Allein bei diesem Rothko-Bild geht es um 30 Millionen Euro. Und um den Job des Museumsdirektors. Er überlegt, was er tun soll - und ist schon längst Teil einer Geschichte. Gewissermaßen Teil eines Duells.

"Duell" von Joost Zwagerman, aus dem Niederländischen ins Deutsche übersetzt von Gregor Seferens, erschienen im Jahr 2010 im Weidle-Verlag, 150 Seiten.