Essen statt wegwerfenLebensmittel und Verschwendung: Planen ist alles

Wer kein Essen mehr wegschmeißen möchte, kommt ums Planen nicht herum. Eigentlich reichen drei einfache Regeln aus, sagt Wiebke Franz von der Verbraucherzentrale Hessen.

Noch immer landen zu viele Lebensmittel im Müll – während der Produktion aber auch in Haushalten. Die EU-Kommission möchte das Engagement steigern und hat sich etwas überlegt: Den Internationalen Tag des Bewusstseins für Lebensmittelverluste und Lebensmittelverschwendung. Der 29.09.2020 ist der erste Termin.

Wiebke Franz von der Verbraucherzentrale Hessen hat dieses Bewusstsein für Lebensmittelverschwendung schon. Sie erklärt: "Jedes verlorene Lebensmittel hat Energie benötigt, Rohstoffe benötigt und ist eine überflüssige Lebensmittelverschwendung." Wiebke Franz gibt ihr Wissen gerne weiter und hat also ein paar Tipps parat, wie sich das Wegwerfen von Lebensmitteln in Privathaushalten vermeiden lässt.

  1. Planen, was gekocht wird.
  2. Planen, wie gelagert wird.
  3. Planen, wie Reste verarbeitet werden.

Sie empfiehlt, einen realistischen Speiseplan für die Woche zu anzufertigen. Außerdem sollten die Lebensmittel im Kühlschrank vernünftig sortiert sein. Schnell Verderbliches nach unten, Unempfindliches eher nach oben.

"Lebensmittel, die am schnellsten verderben, kommen unten in den Kühlschrank, weil die Wärme auch im Kühlschrank nach oben steigt."
Wiebke Franz, Verbraucherzentrale Hessen, über Lagerung im Kühlschrank

Reste ließen sich einerseits einfrieren. Andererseits schlägt sie vor Reste, bereits gekochte Kartoffeln beispielsweise, am kommenden Tag plangemäß noch als Tortilla oder als Kartoffelsalat zu verwerten.

Lebensmittelreste einplanen

Dass beim Kochen Reste übrig bleiben, sollten wir beispielsweise mit einplanen, rät Wiebke Franz. Und: Wenn wir einen ungefähren Plan haben, was wir wann Kochen, sei es auch nicht nötig, dass alle im Supermarkt versuchen, nur die frischesten Produkte zu ergattern.

"Wenn alle nur zu den Lebensmitteln greifen, die noch das längste Mindesthaltbarkeitsdatum haben, dann wird der Handel die anderen nicht los. Und die landen dann im Müll."
Wiebke Franz, Verbraucherzentrale Hessen, über Lagerung im Kühlschrank

Sie erinnert daran, dass Obst und frisches Gemüse am häufigsten im Müll landen. Dann folgten Fertiggerichte und Speisereste, Brot und Backwaren und dann Milchprodukte. Von letzteren würden noch rund zehn Prozent nach dem Kauf weggeschmissen.

Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz hat 2018 Zahlen dazu erhoben – sie decken sich in etwa mit denen von Wiebke Franz. Die Umfrage zum Thema Containern hat nur im weiteren Sinne mit Lebensmittelverschwendung zu tun.

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