FAQsSchlaf-Wissen für Angeber

Rund ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Schlaf. Viele von uns wissen wenig über diese Zeit. Die wichtigsten Fragen und Antworten rund ums Schlafen im Schnelldurchlauf – beantwortet von der Schlafforscherin Christine Blume.

Was ist Schlaf?

Christine Blume: Schlaf ist ein Zustand, in dem sich unsere Aktivität, unsere Gehirnaktivität und die Körperfunktionen gegenüber dem Wachsein deutlich verändern. Man könnte sagen, Schlafen und Wachsein sind wie zwei Seiten ein und derselben Medaille: Wir brauchen beides, damit das jeweils andere gut funktioniert. Das kann man sich vielleicht auch wie so einen Putz- und Reinigungstrupp vorstellen, der nach einer wilden Party die Spuren beseitigt oder vielleicht sogar kleinere Reparaturen durchführt, wenn was kaputt gegangen ist.

Wie ist unser Schlaf aufgebaut?

Christine Blume: Wir unterscheiden verschiedene Schlafstadien, die wir im Lauf der Nacht immer wieder in einer mehr oder weniger festgelegten Reihenfolge durchlaufen. Diesen Ablauf der Schlafstadien nennen wir Schlafarchitektur, sie ergibt sich aus mehreren Schlafzyklen, die wir jede Nacht mehrmals durchlaufen.

Wie unterscheiden sich Leicht-, Tief- und REM-Schlaf?

Christine Blume: Der Leichtschlaf ist eigentlich noch ein Übergangszustand. Wir schlummern. Wenn man uns aus diesem Stadium wecken würde, wären wir uns nicht sicher, ob wir wirklich geschlafen haben. Wenn wir uns dann weiter entspannen, kommen wir in den "stabilen Leichtschlaf". Dieses Schlafstadium fühlt sich richtig nach Schlaf an. Rund 70 Prozent der Nacht verbringen wir in Leichtschlafphasen.

Etwa 20 bis 40 Minuten danach kommen wir in die erste Tiefschlafphase. Da ist die Gehirnaktivität maximal langsam und besonders zu Beginn der Nacht haben wir viel Tiefschlaf, er dient der Regeneration.

Mit dem REM-Schlaf schließen wir einen Schlafzyklus ab. In diesem Schlafstadium bewegen sich unsere Augen immer wieder schnell von rechts nach links und zurück, daher der Name "REM", vom Englischen “Rapid Eye Movements“. Wir sind gelähmt und haben die intensivsten Träume. Und dieses Schlafstadium fühlt sich am tiefsten an – nicht der Tiefschlaf, wie viele meinen.

Wie verändert sich unser Schlaf im Laufe der Nacht?

Christine Blume: Der Tiefschlaf wird im Lauf der Nacht immer weniger, dafür werden die REM-Phasen immer länger.

Wie viel Schlaf brauchen wir?

Christine Blume: Die Empfehlung der US-amerikanischen National Sleep Foundation, an der wir uns auch orientieren, lautet: Gesunde erwachsene Menschen sollten sieben bis neun Stunden pro Nacht schlafen. Die Empfehlung stützt sich auf Studien, in denen man oft sieht, dass eine Schlafzeit von unter sieben Stunden auf Dauer negative gesundheitliche Folgen haben kann. Trotzdem: Wie viel Schlaf jemand benötigt, ist sehr individuell.

Warum brauchen manche Menschen mehr Schlaf und manche weniger?

Christine Blume: Diese Frage ist nicht abschließend geklärt. Man geht davon aus, dass bei manchen Menschen die Prozesse, die im Schlaf ablaufen, etwas mehr Zeit brauchen als bei anderen. Vermutlich liegt es an unseren Genen, welcher Typ wir sind. Man kann sich also auch nicht antrainieren, weniger Schlaf zu brauchen und es ist auch ganz sicher keine Frage der Disziplin.

Und: Gibt es die Frühjahrsmüdigkeit wirklich?

"Wir finden keine Hinweise darauf, dass die Studien-Teilnehmenden im Frühling im Vergleich mit anderen Jahreszeiten jetzt besonders müde und erschöpft waren."

Ob Sport vor dem Schlafengehen schlecht ist, wann Melatonin beim Einschlafen helfen kann und ob Snoozen wirklich schädlich ist – auch auf diese Fragen bekommt ihr Antwort in unserem Podcast.


Hörtipp: Facts und Feelings –"Warum haben Frühaufstehende den besseren Ruf?"

Früh aufzustehen ist gar nicht Danielas Ding. Sie muss aber für den Job – für ihre Verhältnisse – früh raus. Damit arbeitet sie gegen ihre innere Uhr. Lässt sich die eigentlich austricksen? Und sind Frühaufstehende wirklich produktiver? Jetzt hier die ganze Folge Facts & Feelings anhören.