HaareGrau werden wir früher oder später alle

Wie viele graue Haare sind schon da? Wann Haare die Farbe verlieren, liegt an verschiedenen Dingen. Teilweise färben sich graue Haare auch von selbst wieder zurück.

Graue Haare verbinden viele mit alten Menschen. So ganz stimmt das aber nicht. Das Alter ist zwar ein wichtiger Faktor, es gibt aber verschiedene Gründe, warum Haare ihre Farbe verlieren.

Deutschlandfunk-Nova-Reporter Tobi Blum hatte schon in der siebten Klasse graue Haare. Eine Erklärung dafür liegt in den Genen. "So, wie es Gene für verschiedene Haarfarben gibt, gibt es auch welche, durch die man früher graue Haare bekommt", erklärt er. Was außerdem einen Einfluss hat, sind bestimmte Medikamente, die Ernährung, UV-Strahlung und Stress.

Haare: Was sie uns bedeuten

Haare haben in verschiedenen Kontexten eine unterschiedliche Bedeutung. Für manche sind sie Ausdruck ihres Selbstbildes, sie können Zugehörigkeit und Abgrenzung symbolisieren, für Macht oder eine politische Botschaft stehen.

Biologisch gesehen, sind Haare vor allem eins: totes Gewebe. Der lebendige Teil liegt in der Kopfhaut – das sind die Haarwurzeln. Dort sitzen die Melanozyten. Diese Zellen stellen den Farbstoff Melanin her, wodurch Haare dunkel, blond oder rot werden.

Wenn wir älter werden, hören die Melanozyten mit ihrer Produktion auf und sterben ab. Den Haaren fehlt der Farbstoff und sie werden grau beziehungsweise weiß. Eine ungesunde Ernährung, Erbkrankheiten oder Stress können ebenfalls Gründe dafür sein ("Durch dich bekomm' ich noch graue Haare!"). Dann stellen die Melanozyten keinen Farbstoff mehr her, weil der Stoffwechsel in den Zellen nicht mehr so funktioniert, wie er sollte.

Von grau zu bunt

Haare, die aufgrund von Stress grau geworden sind, können sich aber wieder einfärben. Das kann etwa passieren, wenn der Stress wieder weg ist. Teilweise versprechen auch Nahrungsergänzungsmittel und Shampoos, grauen Haare vorzubeugen.

"Wenn Du stressbedingt graue Haare hast, färben sich die Haare von selbst wieder ein, sobald du wieder weniger Stress hast."
Tobias Blum, Deutschlandfunk Nova

Die Shampoos können wohl etwas bringen, wenn sie regelmäßig benutzt werden. Allerdings geht es dabei nicht darum, etwas an der Ursache für das Ergrauen zu ändern, sondern eine Vorstufe von Melanin oder andere natürliche Farbstoffe ins Haar zu bringen. Es geht also eher um eine Färbung.

Die Supplements enthalten wiederum alles, was die Melanozyten zum Arbeiten brauchen: zum Beispiel Vitamin B12, Vitamin D und Mineralien. Wer sich ausgewogen ernährt, kommt an die Vitamine und Mineralien aber auch so dran.